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Bürgermeister erwartet Verkehrschaos

Ab Montag wird Ottendorf-Okrilla für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dann geht es nur über Umwege voran.

© Thorsten Eckert

Von Rainer Könen

Ottendorf-Okrilla. Wer häufiger auf der A 4 zwischen Nossen und Dresden unterwegs ist, kennt das ja: Dort steht man oft im Stau. Seitdem die Saubachtalbrücke saniert wird, herrscht in der, an der A 4 gelegenen Stadt Wilsdruff fast täglich Verkehrschaos. Geht da oft nichts mehr auf den Straßen.

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© SZ-Grafik

Irgendwie hat Ottendorfs Bürgermeister Michael Langwald seit geraumer Zeit das Gefühl, dass „wir zwar nicht diese Wilsdruffer Verhältnisse haben, aber weit sind wir von diesen bei uns auch nicht entfernt“, so Langwald weiter. Das Großprojekt zur Sanierung der B 97 in Ottendorf-Okrilla, das vor drei Jahren vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mit der Sanierung des nördlichen Teils der viel befahrenen Straße begonnen wurde, und nun mit dem Ausbau der Hirschkurve in den finalen Bauabschnitt dieser Maßnahme geht, brachte in den zurückliegenden Jahren so manche Sperrung mit sich. Inklusive der damit verbundenen Umleitungen. „Die Belastungen waren und sind schon beträchtlich“, meint Langwald. Die vielen ausgeschilderten Umleitungen im Ort und auch außerhalb hätten schon manchen hiesigen wie ortsfremden Autofahrer zur Verzweiflung gebracht.

Langwald versucht sich in einer optimistischen Sichtweise: „Jedes Negative hat auch Positives.“ Zu den positiven Dingen gehört sicher, dass man in Ottendorf-Okrilla mit Beginn der Sanierungsarbeiten die Langsamkeit entdeckt hat. Wer bisher für einen Einkauf im Ort zum Bäcker oder in den Einkaufsmarkt mit dem Wagen gefahren war, der muss sich auch weiterhin darauf einstellen, dass sich diese Fahrten in die Länge ziehen. Langwald erzählt von Staus im Ort. „An schönen Tagen, vor allem an Donnerstag- oder Freitagnachmittagen geht in einigen Ottendorfer Straßen meist nicht mehr viel.“ Da geht der Trend zunehmend zum Individualverkehr. Heißt es, aufs Rad umsteigen oder per pedes Einkäufe erledigen. Aber nicht jeder ist mobil. Und zum anderen fehlen in einigen Bereichen des Ortes die notwendigen Rad- und Gehwege.

Aber damit werde man sich natürlich befassen, verspricht Langwald. Der sicher, wie so viele Ottendorfer froh ist, wenn dieses Jahr vorbei sein wird. Der Bürgermeister hofft auf einen milden Winter, damit der Ausbau der Hirschkurve, einem rund 300 Meter langen Teilabschnitt der B 97, tatsächlich wie geplant im November beendet sein wird, das Großprojekt der Lasuv damit endgültig abgeschlossen ist. Zu Beginn der nächsten Woche, am 23. Juli, sollen die Arbeiten an der engen Spitzkehre beginnen, wird die Kurve verbreitert, das Haus an der Ecke, eine frühere Gaststätte, abgerissen, der Unfallschwerpunkt entschärft. Wenn man Bürgermeister Langwald fragt, ob er das Wort Hirschkurve überhaupt noch hören könne, lächelt er etwas gequält und meint, „nun ja, geht noch“. Mit der Komplettsperrung der B 97 scheint Ottendorf in den folgenden Monaten fast wie abgeschnitten. Aber nur fast.

Über ausgeschilderte Umleitungsstrecken muss der regionale wie überregionale Durchgangsverkehr in den nächsten Monaten Ottendorf weiträumig umfahren. Und auch die Bewohner müssen nun noch mehr Geduld als bisher aufbringen, wenn sie in der Gemeinde mit dem Auto unterwegs sind. Wo geht es wie hin, wird dann die häufigst gestellte Frage sein. Die Hirschkurve verband ja bisher den Ottendorfer Norden mit dem Rest der Gemeinde. Natürlich seien die Bürger durch die Sanierungsarbeiten „gestresst und verärgert“, weiß Langwald. Jedoch: Da müsse man gemeinsam durch, so der Bürgermeister weiter.

Wenn B 97 frei ist, ist alles vergessen

Der keinesfalls ein Interesse hat, in den folgenden Monaten Wilsdruff abzulösen. Wenn die B 97 durch den Ort wieder frei befahrbar sei, sei ja meist doch wieder alles vergessen. Die vielen Staus, die Umleitungen, der ganze Stress. Wenn der Durchgangsverkehr wieder ungehindert durch den Ort fließe, sei das doch wieder alles ziemlich positiv. Für Langwald und seine Ottendorfer auf jeden Fall.