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Bürgermeister fordert Lkw-freies Leppersdorf

Veit Künzelmann (CDU) will die Verkehrsbelastung reduzieren. Der Landkreis reagiert zurückhaltend.

© dpa

Von Thomas Drendel

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Leppersdorf. Das Rödertal hat ein Lkw-Problem. Hunderte Laster rauschen täglich mit Ziel Radeberg oder einem der Gewerbestandort durch Ottendorf, Seifersdorf, Feldschlößchen und andere Ortschaften. Anwohner wehren sich seit Jahren. Sie wissen, Lärm macht krank.

Jetzt greift der Wachauer Bürgermeister Veit Künzelmann (CDU) zu einem drastischen Mittel. Er will Leppersdorf für Lkw sperren lassen. Nicht erst wenn die Schnellstraße fertig ist, die um den Ort herum verläuft, sondern so schnell wie möglich. „Die Menschen in Leppersdorf leiden unter dem Brummiverkehr. Jetzt muss etwas passieren. Die Ortsdurchfahrt sollte für große Lkws verboten werden. Sie sollten gezwungen werden, verstärkt die Autobahn zu nutzen.“ Leppersdorf hat quasi einen eigenen Autobahnanschluss, über ihn könnten sowohl die Milchlaster fahren, die die Molkerei von Sachsenmilch ansteuern als auch Lkw, die weiter Richtung Pulsnitz und Kamenz wollen. „Das Durchfahrverbot muss weiträumig ausgeschildert werden, dann können sich die Fahrer darauf einstellen und entsprechend ihre Route wählen“, sagte Veit Künzelmann.

Zuständig für eine solche Sperrung ist die Untere Straßenverkehrsbehörde beim Landratsamt Bautzen. Auf die Forderung des Wachauer Bürgermeisters reagiert das Amt allerdings zurückhaltend. „Die Erfolgsaussichten für ein Durchfahrverbot können derzeit nur als sehr gering eingeschätzt werden“, sagt Gernot Schweitzer, Sprecher im Landratsamt. „Es handelt sich bei der Ortsdurchfahrt in Leppersdorf um eine Staatsstraße, die nicht ohne Weiteres für Lkw gesperrt werden kann.“

Als zweiten Grund führt er an, dass keine geeignete Umleitungsstrecke zur Verfügung steht. Das bestätigt ein Blick auf die Straßenkarte. Brummis beispielsweise aus dem Raum Pirna rollen Richtung Norden jetzt über die fertiggestellten Abschnitt der Schnellstraße 177 und fahren schließlich durch Leppersdorf. Als Ausweichmöglichkeit bliebe nur der weite Umweg auf den Autobahnen rund um Dresden, über die A17 und dann die A4 bis Leppersdorf. Als ortsnahe Umleitungsstrecke steht nur die Straße durch Feldschlößchen und Seifersdorf zur Verfügung. Hier leiden die Anwohner mindestens genauso wie in Leppersdorf unter Verkehrslärm. Die Gebäude stehen dicht an der Straße. Mehr als 8000 Autos fahren schon jetzt durch die beiden Ortschaften.

Hoffnung macht die Straßenverkehrsbehörde den lärmgeplagten Leppersdorfern dennoch. „Mit Fertigstellung der im Bau befindlichen S177 zwischen Radeberg und Leppersdorf könnte sich das ändern und eine Sperrung der Ortsdurchfahrt für Lkw erfolgen“, sagt Gernot Schweitzer.

Allerdings wird die neue Trasse noch einige Zeit auf sich warten lassen. Denn einen Fertigstellungstermin für das Teilstück zwischen Radeberg und der Autobahn 4 bei Leppersdorf wird noch nicht genannt. Bisher gab es auf diese Frage stets die Antwort: Vor dem Jahre 2020 ist sie auf keinen Fall fertiggstellt.