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Bürgermeister gegen Neonazi-Festival

40 Bürgermeister in der Lausitz positionieren sich gegen das geplante Neonazi-Festival in Ostritz. Die Erklärung wurde auch dem sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer überreicht.

© kairospress

Von Frank Seibel

Ostritz. Das in Ostritz geplante Neonazi- Festival „Schild und Schwert“ stößt in der Region auf breite Ablehnung. In einer „Oberlausitzer Erklärung“ haben am Freitag 40 Bürgermeister gegen das am 20. April - Hitlers Geburtstag - beginnende Treffen protestiert. „Wir wollen und wir brauchen in der Oberlausitz kein rechtsextremes Festival! Nicht in Ostritz, nicht anderswo! Wer Menschenrechte infrage stellt, Bezüge zu einem verbrecherischen System herstellt, wer Demokratie und Pluralismus bekämpft - der ist hier nicht willkommen, dem soll unsere Region kein Zuhause werden“, heißt es in der Erklärung, die vom Zittauer Oberbürgermeister Thomas Zenker (Freie Wähler) initiiert wurde.

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Die Erklärung wurde am Freitag auch dem sächsischen Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) überreicht, der im Landkreis Görlitz unterwegs war. Kretschmer hatte sich bereits vor ein paar Tagen dafür ausgesprochen, das Rechtsrock-Festival nicht tatenlos hinzunehmen. „Wir wollen ein Zeichen setzen, dass die Menschen in dieser Gegend keine Rechtsextremisten tolerieren. Wir lassen uns den Ruf unserer Heimat nicht zerstören“, sagte er in einem Interview. Kretschmer ist Schirmherr eines Bürgerfestes, mit dem ein Kontrapunkt zu dem Neonazi-Festival auf privatem Gelände gesetzt werden soll.

Zu dem Festival auf einem Privatgrundstück werden 800 Teilnehmer erwartet. Besitzer des Geländes ist der hessische Geschäftsmann Hans-Peter Fischer. Er hatte in den 1990er Jahren in Ostritz direkt an der Neiße ein früheres Betriebsgelände gekauft. Als Anmelder für das Festival fungiert der Thüringer NPD-Chef Thorsten Heise. Die Polizeidirektion Görlitz rechnet mit dem größten Einsatz in Ostsachsen seit Jahren.

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Zu den Gegenveranstaltungen gehört neben dem Ostritzer Friedensfest auch das Musikfest „Rechts rockt nicht“, das von überwiegend linken Gruppen organisiert wird. Hierzu hat sich auch der Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel angekündigt, der sich seit vielen Jahren aktiv für Toleranz und gegen rechtsextreme Einstellungen engagiert. Zu den bekannten Künstlern zählen auch „Banda communale – Banda internationale“ aus Dresden und die Gruppe „Strom und Wasser“. (dpa/SZ)