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Radeberg

Bürgermeisterin will Drogerie holen

Seit der Schlecker-Pleite fehlt im Raum Pulsnitz und Großröhrsdorf ein Fachmarkt. Gibt es jetzt Hoffnung? 

Einen solchen Blick wünschen sich potenzielle Drogeriemarktkunden in Pulsnitz und Großröhrsdorf.
Einen solchen Blick wünschen sich potenzielle Drogeriemarktkunden in Pulsnitz und Großröhrsdorf. ©  Archivfoto: Claudia Hübschmann

Die Pleite der Drogeriemarktkette Schlecker sorgte für leer stehende Geschäftsräume und riss Versorgungslücken. In die meisten Ex-Schleckermärkte der Region sind längst wieder Mieter eingezogen. Bis auf Ausnahmen, wie in Bretnig zum Beispiel. In Großröhrsdorf bezog ein Pflegedienst die Räume. In Pulsnitz das Dänische Bettenlager und erst jüngst ein Babyausstatter an der Kamenzer Straße und ein Bekleidungsgeschäft in der Kochpassage. In Großröhrsdorf kann den Verlust vielleicht die schon etwas größere Drogerieabteilung im Kaufland kompensieren. Andererseits stellt auch Stadtsprecherin Anja Kurze fest, dass sich wohl fast jede Hausfrau seit dem Schleckler-Aus, wieder einen Drogeriemarkt wünscht – wegen der Breite des Angebots. Es bleibe ihr derzeit nur, Wege in Kamenz oder Radeberg mit einem Abstecher in die dortigen Drogeriemärkte zu verbinden. Aber gerade in Pulsnitz mit einst zwei Drogeriemärkten schmerzt der Verlust. Er wirkt nach, und der Wunsch von den Pulsnitzern, wieder einen Drogeriemarkt zu bekommen, ist in regelmäßigen Abständen immer wieder Gesprächsthema. Am besten innenstadtnah sollte der Markt liegen. Denn genau betrachtet gibt es derzeit in Radeberg einen großen Fachmarkt mit umfangreichem Drogeriewarenangebot und dann erst in Kamenz wieder. Dazwischen ist eine drogeriefachmarktfreie Zone. Das wird als Manko empfunden.

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Diese Lücke hatte auch Bürgermeisterin Barbara Lüke bei ihrem Amtsantritt erkannt, ohne sie bisher schließen zu können. Ein Standort war schon gefunden – innenstadtnah. Mit Rossmann, auch eine Drogeriemarktkette, die Interesse zeigte. Zugleich hätte sich ein Schandfleck beseitigen lassen. In dem Fall wohl mit Abriss und Neubau. Die Stadt habe zu ungewöhnlichen Mitteln gegriffen, um den Standort für das Drogerieprojekt freizukämpfen. Eine der Immobilien, die marode vor sich hindämmern. So habe man alle Gläubiger an einen Tisch bekommen. Alle hatten sich geeinigt, um eine Zwangsversteigerung im Interesse der Stadt durchzusetzen. Die Stadt als einer der Gläubiger wegen Außenständen bei Steuern und Abgaben. Das Ziel war klar: eine Drogerie anzusiedeln. Der Tod des Eigentümers ließ alle Bemühungen scheitern, die Zwangsversteigerung platze. Jetzt stehe die Frage, wie sich die Erben positionieren. Es sei unklar, wie es weitergeht. Allerdings habe sich Rossmann inzwischen von den Plänen in Pulsnitz zurückgezogen, und ist offenbar in der Region aktiv.

So gab es wohl auch im Großröhrsdorfer Rathaus die Anfrage über einen Immobilienmakler nach möglichen Standorten. Beide Nachbarstädte passen jedenfalls bestens ins „Jagdschema“ der Kette nach neuen Standorten. Denn: „Rossmann expandiert stetig, um in die Nähe seiner Kunden zu kommen.“ Man wolle das Filialnetz verdichten und zur Stadtentwicklung beitragen. Städte ab 6 000 Einwohner kommen nach Aussagen des Händlers infrage. Auch das passte. Und Verkaufsflächen von 400 bis 1 000 Quadratmetern erscheinen machbar. Der Drogeriediscounter selbst äußerte sich nicht auf eine Anfrage zu seinen Plänen im Raum Pulsnitz/Großröhrsdorf.

Das Projekt kommt aber auch nicht in die die Schublade. Es seien noch mehr Eisen im Feuer, schätzt die Rathauschefin ein. So gebe es einerseits noch andere Drogerien wie DM oder Müller. Und andererseits einen Immobilieneigentümer mit einem Objekt in guter Geschäftslage, der ebenfalls am Thema Drogerie dran sei. Vielleicht kommt Pulsnitz ja doch noch zu einem Drogeriemarkt.