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Bundesarbeitsminister erlebt Strukturwandel in Görlitz

Hubertus Heil nimmt sich für Siemens und die SZ Zeit. Und lobt, wie die Region anpackt.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ließ sich bei seinem SZ-Redaktionsbesuch Montagmittag vom Görlitzer Redaktionsleiter Sebastian Beutler das Online-Konzept der Sächsischen Zeitung erläutern. © Nikolai Schmidt

Die Chance wollte sich Christoph Scholze nicht nehmen lassen. Als sich im vergangenen Herbst Betriebsräte aus vielen deutschen Unternehmen im Bundestag trafen, da lud er „vor versammelter Mannschaft“ Bundesarbeitsminister Hubertus Heil kurzentschlossen ins Görlitzer Siemens-Werk ein. Scholze ist dort als Innovationsmanager tätig, gehörte gerade auch in der Zeit der Unsicherheit im vergangenen Jahr dem Betriebsrat an. Heil sagte zu, und am gestrigen Montag kam er vorbei.

Der SPD-Politiker verknüpfte seinen Besuch mit seinem begonnenen Zukunftsdialog „Neue Arbeit – Neue Sicherheit“. Dabei führt er innerhalb eines Jahres an ganz verschiedenen Orten Deutschlands Gespräche mit Bürgern, mit Belegschaften, mit Interessierten, um deren Erwartungen an die Bundesregierung bei diesem Thema zu erwarten. Der Dialog soll bis Oktober in Konzepte münden, die die Themen Qualifizierung, neue Arbeitsformen und soziale Sicherheit in der neuen, zumeist digitalen Arbeitswelt umfassen werden.

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Für den Dialog mit dem Arbeitsminister war auch Janina Kugel aus München angereist. Sie ist im Siemens-Vorstand für das Personal zuständig und erklärte im vergangenen Jahr in der Öffentlichkeit, wie Siemens das Görlitzer Werk erhalten will – wenn auch mit 150 Mitarbeitern weniger. Ein Jahr nach der großen Demonstration für den Erhalt der Görlitzer Großbetriebe Bombardier und Siemens diskutierte sie nun mit dem Bundesarbeitsminister, wie über Qualifizierung und Weiterbildung Mitarbeiter geschult und auf neue Tätigkeiten vorbereitet werden können. Heil hätte, so schilderten Anwesende, alle Beteiligten aufgefordert, ihm zu sagen, wo er helfen könne, was die Region, was Siemens benötige. Einfachere Förderlandschaften, die Entwicklung von Kernkompetenzen und mehr Hilfe, um selbst die Zukunft zu gestalten, lauteten ein paar der Antworten.

Dass der Strukturwandel ein Prozess ist, der keinen Anfang und kein Ende haben wird, machte Heil anschließend auch beim Gespräch mit der Sächsischen Zeitung deutlich. Interessiert zeigte er sich auch an der Online-Strategie der SZ, die für ihn Teil des medialen Umbruchs ist. Von seinem Siemens-Besuch zeigte er sich sehr beeindruckt. Wie die Belegschaft mit eigenen Plänen die Zukunft des Werkes gestalten wolle, das fasziniere ihn. Und von Christoph Scholze hält er sowieso große Stücke. „Mehr von denen“, sagte der Minister, „und der Strukturwandel gelingt uns“.

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