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Bundestag debattiert über Wölfe

Die FDP möchte den Abschuss erleichtern, Grüne und Linke fordern einen besseren Schutz der Herden. Sachsens Jäger beharren auf einer Obergrenze.

© dpa

Von Sebastian Kositz

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Oberlausitz. Abschießen oder schützen – die Debatte um die Wölfe wird an diesem Freitag auch den Bundestag beschäftigen. Die FDP-Fraktion will per Antrag den Abschuss der geschützten Tierart erleichtern, Grüne und Linke halten indes mit eigenen Anträgen dagegen und wollen den Herdenschutz verbessern. Derweil hat auch der Landesjagdverband Sachsen nachgelegt und noch einmal Druck im Dresdner Landtag gemacht.

Aus Sicht der FDP gibt es zu viele Wölfe, die Liberalen befürchten zunehmend Konflikte im Zusammenleben zwischen Tier und Mensch. Für die Grünen ist die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht allerdings der falsche Weg, wie der Dresdner Bundestagsabgeordnete Stephan Kühn betont. Der Politiker der Grünen fordert, einen stabilen Wolfsbestand und eine sichere Weidehaltung in Einklang zu bringen.

„Mir ist bewusst, dass die Übergriffe von Wölfen auf Schaf- und Ziegenherden in der Oberlausitz eine große Herausforderung sind“, erklärt Stephan Kühn. Die Grünen wollen die Freilandhaltung von Nutztieren unterstützen, fordern per Antrag einen ausreichenden Ausgleich der Kosten für Herdenschutz – aber auch bei wirtschaftlichen Schäden durch Wolfsangriffe.

Lasten dürfen nicht bei Schäfern hängenbleiben

Einen ähnlichen Antrag hat die Linke im Gepäck. „Viele Schäfer fühlen sich von der Landes- und Bundesregierung allein gelassen. Sie beklagen bürokratische und langwierige Verfahren oder ausbleibende finanzielle Hilfen“, erklärt die Bautzener Linken-Abgeordnete Caren Lay. Es sei richtig, den Wolf weiterhin unter Artenschutz zu stellen. Die Lasten dürften aber nicht allein bei den Schäfern hängen bleiben.

Sachsens Jäger beharren unterdessen weiterhin mehrheitlich darauf, die Regeln für den Wolfsabschuss zu lockern. Deshalb hat der Dachverband jetzt die Ende des vergangenen Jahres verabschiedete Bautzener Erklärung noch einmal an die Abgeordneten des Landtags geschickt. „Uns geht es nicht darum, die Tiere einfach abzuknallen. Aber wir sehen in der Praxis, was die Wölfe anrichten“, erklärt Norman Härtner, der Vizechef des Landesjagdverbandes. Aus der Sicht des Jägers leben in der Oberlausitz schon jetzt zu viele Wölfe. Daher war eine Obergrenze für Wölfe gefordert worden. In der Bautzener Erklärung hatten der Landesjagdverband, der Verein für Sicherheit und Artenschutz aus Großdubrau sowie die Initiative „Wolfgeschädigter und besorgter Bürger“ das Wolfsmanagement in Deutschland für gescheitert erklärt.