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Bundeswehr investiert Millionen

Mehr Mitarbeiter, mehr Lagerflächen, mehr Aufträge – das Materiallager gewinnt an Bedeutung.

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© Matthias Seifert

Von Antje Steglich

Zeithain. Das drittgrößte Materiallager der Bundeswehr bleibt noch bis 2021 eine Baustelle. Bis dahin sollen voraussichtlich etwa 56 Millionen Euro nach Zeithain fließen, sagt Kasernenkommandant Hauptmann Falk Rosenberg. Die Arbeiten dienen vor allem dazu, Infrastruktur und Technik zu modernisieren sowie die Lagerflächen zu vergrößern. Denn der Standort gilt nicht nur als sicher, „ich gehe davon aus, dass Zeithain perspektivisch wachsen wird“, so Falk Rosenberg.

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Seit der deutschlandweiten Umstrukturierung der Bundeswehrdepots im vergangenen Jahr gehört das Materiallager zum Bundeswehrdepot Ost in Utzedel, bekam mehr Aufträge und auch Personal. Aktuell sind 140 zivile Mitarbeiter sowie acht Soldaten am Standort beschäftigt. Ihr Aufgabenschwerpunkt liegt derzeit vor allem in der Abarbeitung des Materialrückstaus, der aus der Auflösung von Materiallagern in ganz Deutschland resultiert. „Das ist ein Aufwand, das kann sich gar keiner vorstellen“, so Hauptmann Rosenberg. Die einzelnen Waren müssten geprüft, gelagert und in den Bestand eingepflegt werden. Insgesamt werden zurzeit 38 000 unterschiedliche Versorgungsartikel und damit Millionen Einzelteile für die Bundeswehr in Zeithain vorgehalten.

Einer der Spezialaufträge ist dabei die Lagerung von Reifen und Blechen für die deutsche Luftwaffe. Alles, was fliegt und Räder hat, wird von Zeithain aus versorgt - mit Highspeedreifen für Tornado-Kampfflugzeuge oder Jagdbomber, riesigen Reifen für Transall-Transportflugzeuge oder kleineren für durch Rotoren angetriebene Drehflügler. Der Auftrag soll zwar langfristig vom Bundeswehrstandort in Diepholz übernommen werden, zurzeit wird in Zeithain aber sogar noch eine neue Lagerhalle für die Reifen gebaut. Voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres soll sie in Betrieb gehen, kündigt Falk Rosenberg an. Bis dahin sollen auch zwei weitere Projekte abgeschlossen sein: Der Bau eines neuen Heizhauses und die Erweiterung des Containerplatzes.

In Zeithain steht eines von zwei Terminals der Bundeswehr, auf denen Container nach Einsätzen zum Beispiel in Afghanistan instand gesetzt, bewirtschaftet und für neue Aufgaben bereitgehalten werden. Bisher reichte der Platz für etwa 400 Container aus, künftig können in Zeithain bis zu 2 500 zwischengelagert werden.

Waschstraße für Panzer

Doch nicht nur Container werden in Zeithain für Auslandseinsätze vorgehalten, sondern auch sogenannte Landsysteme – also beispielsweise Funktionsfahrzeuge vom Typ Eagle, Schützenpanzer vom Typ Puma oder Patrouillenfahrzeuge vom Typ Enok. Zudem plant die Bundeswehr, erneut 130 neue Radpanzer vom Typ Boxer anzuschaffen, die dann in Zeithain ausgerüstet und später auch wieder getestet werden.

Dafür wird derzeit eine neue Waschanlage gebaut, die vor allem auch allen umweltrechtlichen Ansprüchen aufgrund der Lage in dem Naturschutzgebiet Gohrischheide gerecht werden soll. Wie auch die derzeit im Bau befindliche Teile-Waschanlage zum Beispiel für Achsen, Getriebe und Motoren wird sie aber erst 2018 in Betrieb gehen – und erst dann sind wieder Testfahrten von Boxer und Co. im Gelände möglich. Denn schmutzig könne man die Fahrzeuge schließlich nicht an die Truppe herausgeben, sagt Falk Rosenberg.

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Ab September steht im Materiallager außerdem noch die energetische Ertüchtigung des Hochregallagers an, was vor allem den Einbau von Brandschutzanlagen bedeutet. Zudem soll in den nächsten Jahren auch das Straßennetz saniert sowie das bereits lange leer stehende Kasernengebäude abgerissen werden, das noch vor einem Jahr als Asylunterkunft für bis zu 600 Flüchtlinge im Gespräch war. Die Idee ist mittlerweile vom Tisch, sagt Falk Rosenberg. Schließlich sei es Herausforderung genug, die vielen Bauprojekte zu organisieren, ohne die Arbeitsabläufe im Materiallager zu gefährden.