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Bunte Republik wird zum Insel-Fest

2017 versank die Organisation der Party im Chaos. Dieses Jahr gibt es ein neues Anmeldeverfahren. Was bringt das?

© Sven Ellger

Von Sarah Herrmann

Bunte Republik, Bier-Republik, Bürgersteig-Republik – an Namen wie an Kritik mangelte es in den vergangenen Jahren beim Neustädter Stadtteilfest nicht. An einem Veranstalter, der sich um das Programm kümmert, hingegen schon. Nachdem die Organisation 2017 nach einem Zuständigkeitswechsel chaotisch verlief, hat sich die Stadt für dieses Jahr etwas Neues überlegt. Beim zweistufigen Anmeldeverfahren konnten sich nur sogenannte Inselverantwortliche bewerben. Sie sind eine Art Mini-Veranstalter und kümmern sich um das Festprogramm von Straßenabschnitten oder Plätzen. Dabei müssen dortige Anwohner und Gewerbetreibende eingebunden werden. Die Frist ist nun um.

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Wie viele Inseln sind entstanden?

Insgesamt sind bei der Stadt acht Anträge für sieben verschiedene Inseln eingegangen. Dabei wollen einige Antragsteller sich gleich auf mehreren Straßenabschnitten um die Festorganisation kümmern. Somit haben sich für einen Großteil des Festgebietes Verantwortliche gefunden. Nur auf vier Straßen – der Martin-Luther-, der Pulsnitzer, der Katharinen- sowie der Rothenburger Straße – gibt es gar keine Inseln. Die anderen Areale sind teilweise ganz oder mindestens zur Hälfte in Veranstalter-Hand. Das Programm auf der Alaunstraße im Abschnitt zwischen Katharinen- und Louisenstraße wollen gleich zwei Leute gestalten. Hier muss die Stadt noch einmal das Gespräch suchen. Zum Vergleich: 2017 gab es nur zwei kleine Inseln.

Was bedeutet das für das Fest?

Die Anzahl der Inseln zu erhöhen, wird von vielen Seiten seit Langem als beste Lösung angesehen, damit das Fest wieder ursprünglicher wird. Es solle wieder eine Veranstaltung von Neustädtern für Neustädter sein, war der Tenor. Kritik gab es an der zunehmenden Kommerzialisierung durch Bierwagen und Co. Die Stadt konnte auf die Art der Stände keinen Einfluss nehmen, die Inselverantwortlichen schon. So können sie beispielsweise bestimmen, wie viele Bierstände im Straßenabschnitt aufgestellt werden. Von kommerziellen Anbietern dürfen die Mini-Veranstalter auch eine höhere Standgebühr verlangen.

Welche Auflagen gibt es für die Inseln?

Die Mini-Veranstalter müssen sich wie alle anderen Anmelder auch an das Sicherheitskonzept halten. Kreuzungen müssen freigehalten werden, Stände sind überall nur auf den Gehwegen erlaubt. Zudem gibt es Straßen, die nur auf einer Seite bebaut werden darf. Die Insel-Verantwortlichen übernehmen Haftung und Kosten.

Wie geht es nun weiter?

Nach den Inselverantwortlichen bekommen nun Einzelpersonen die Möglichkeit, eine Sondernutzungserlaubnis zu beantragen. Sie werden vom Straßenbauamt auf die freien Flächen verteilt. „Wenn jemand einen Platz in einer Insel haben möchte, werden wir versuchen, den Kontakt zum Veranstalter herzustellen“, sagte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Die Bewerbungsfrist für die Einzelpersonen startet am 12. März und endet am 6. April. So dürften die Bescheide in diesem Jahr früher an die Händler gehen. 2017 bekamen viele erst wenige Tage Post von der Verwaltung.

Wie zufrieden ist die Stadt mit dem neuen Verfahren?

Die Verwaltung möchte erst nach dem Fest ein Fazit ziehen. Die Zahl der Anmeldungen von Inseln ist aber höher als gedacht.