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Sebnitz

Mittelalterliche Folter in Stolpen

Die Burg steht vor dem Neustart von Veranstaltungen. Ein erster Exkurs führt die Besucher gleich in eine besondere Kammer.

Die Burg Stolpen zeigt sich von ihrer dunklen Seite.
Die Burg Stolpen zeigt sich von ihrer dunklen Seite. © Steffen Unger

Ob in Nebel gehüllt, bei Dämmerung am Morgen und am Abend - die Burg Stolpen ist vor allem in diesen Zeiten ein mystischer Hingucker. Und jetzt wird es sogar auch noch ganz gruselig. Nachdem alle Veranstaltungen auch hier abgesagt werden mussten, bietet die Burg erstmals wieder einen ganz besonderen Exkurs an, einen in die Folterkammer. "Der ist nichts für schwache Nerven und auch für Kinder unter zwölf Jahren nicht zu empfehlen", sagt Bernd Kara, Veranstaltungsleiter auf Burg Stolpen.

Bei dem Exkurs der unter dem Mittwoch "Mit Fug und Recht" steht, erhalten Interessierte am 19. Juli einen Einblick in mittelalterliche Folterpraktiken, um Recht und Ordnung durchzusetzen. Die Burg Stolpen ist da klar im Vorteil. Sie besitzt eine Folterkammer am authentischen Ort. Grund genug, sich mit der Folter als Beweisverfahren im System des mittelalterlichen Strafrechts näher zu beschäftigen.

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Auf Burg Stolpen gibt es da nicht nur historische Abbildungen, sondern eben auch die Folterwerkzeuge aus dem Mittelalter zu sehen, wie  Brenneisen zum Brandmarken von Dieben oder mehrere eiserne Fußfesseln, Streckbank und Streckaufzug. Eine "Eiserne Jungfrau", als Beispiel für die Grausamkeit des mittelalterlichen Strafvollzugs steht hier ebenfalls. Der Todeskandidat wurde in die Figur, ausgehöhlt mit spitzen Stacheln,  geschoben, worauf diese geschlossen wurde und sich die Spitzen in den Leib bohrten. Das Opfer ist praktisch qualvoll verblutet.  Brustquetsche, Seilwinde und Pranger sind ebenfalls in der Kammer zu sehen. Dieser Raum war im Jahr 1614 noch als Pferdestall mit separatem Eingang  erwähnt worden. Erst im Jahr 1691 wird hier eine "Marter Cammer" mit einem Pranger erwähnt. In Sachsen wurde die Folter offiziell im Jahr 1770 abgeschafft. Die Folterwerkzeuge sind übrigens alles authentische Nachbildungen.

Was bis dahin hinter den dicken Burgmauern passierte, dass werden Interessierte bei dem Exkurs erfahren. Und bei genauem Hinhören, sollen sogar noch die Schreie der Gefolterten zu hören sein. Die detaillierten Erläuterungen des Museologen der Burg Stolpen Jens Gaitzsch, sind einerseits nichts für schwache Nerven, andererseits aber auch kein Grund die Nerven zu verlieren. Also, ein Exkurs der besonderen Art.

Der Eintritt beträgt zehn Euro pro Person. Dafür ist der anschließende Besuch der gesamten Burganlage im Preis inbegriffen. Eine Voranmeldung ist wegen der aktuell geltenden  Hygieneregeln notwendig.

Anmeldung auf Burg Stolpen unter der Telefonnummer 03597323410.

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