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Busnetz soll dichter werden

Der Verkehrsverbund tüftelt an einem neuen System. Ziele sind bessere Verbindungen, bessere Takte – und mehr Fahrgäste.

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© Karl-Ludwig Oberthür

Von Matthias Weigel

Freital. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) will den regionalen Busverkehr stärken. Dazu wird ein sogenanntes Busgrundnetz aufgebaut, wie aus Unterlagen des Verbundes hervorgeht. Dieses Netz setzt auf bestehende Linien auf, soll aber regionale Zentren, Bahnhöfe und zentrale Haltestellen sowie die Landeshauptstadt Dresden und das Umland besser miteinander verbinden. Ziele sind ein höherwertiges Angebot und mehr Fahrgäste.

Orientieren will man sich bei dem Grundnetz am Mitteldeutschen Verkehrsverbund, der mit der Marke „PlusBus“ bereits ein solches System umsetzt. Kriterien für Busse mit solchem Kennzeichen sind konstante Linienverläufe ohne abweichende Ziele, die Anfahrt wichtiger Verknüpfungspunkte, also zum Beispiel Bahnhöfe, Busbahnhöfe oder regionale Zentren, und ein dichter Takt. Zur Hauptverkehrszeit zwischen 6 und 20 Uhr sollte es demnach mindestens 13 bis 15 Fahrten für Hin- und Rückweg geben, auch außerhalb der Schulzeit. Das heißt, dass mindestens ein Bus jede Stunde fährt.

Vor 6 Uhr und nach 20 Uhr wären mindestens ein bis zwei Fahrten für Hin- und Rückweg eingeplant. Sonnabends soll das Angebot bei mindestens sechs, sonntags und feiertags mindestens vier gut vertakteten sogenannten Fahrtenpaaren zwischen 6 und 20 Uhr liegen. Wichtiges Kriterium außerdem: maximal zehn Minuten Wartezeit beim Umsteigen an bedeutenden Punkten. „PlusBus“ soll mit den regulären Fahrscheinen und Preisen im VVO-Tarif funktionieren.

Im Rahmen einer Studie hat der VVO das bestehende Netz der 46 Regionalbuslinien auf die Eignung für „PlusBus“ und mögliche Verbesserungen untersucht. Sieben Linien im Verbundgebiet würden demnach perfekt passen – darunter die 261 Dresden–Sebnitz, die 333 Dresden–Wilsdruff, die 360/398 Dresden–Dippoldiswalde–Altenberg und die 305/309 Dresden–Radeberg/Bischofswerda. Elf weitere wären gut geeignet, darunter die 348 Freital–Dippoldiswalde und die 388 Dippoldiswalde–Glashütte. Auch Linien mit touristischer Bedeutung, könnten als „PlusBus“ fahren – so die 219 Cotta–Berggießhübel–Bahratal oder die 241 Pirna–Königstein-–Hinterhermsdorf.

Momentan ist der Verbund dabei, das Konzept weiter zu entwickeln und schrittweise umzusetzen. Den Angaben nach würden mit „PlusBus“ über 560 000 Kilometer an Fahrplanleistung im Jahr zusätzlich erbracht werden, davon allein über 40 000 im Landkreis. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Das Potenzial geben Einwohner, Arbeitsplätze, Verkaufsfläche und Freizeitangebote in der Region zwar her, hat der VVO untersucht. Nun sind aber erst einmal weitere Gespräche mit den Verkehrsunternehmen und den Landratsämtern nötig, um die Änderungen sukzessive zu stemmen und gegenzufinanzieren. Das Gebiet des VVO umfasst neben Dresden die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und den westlichen Teil des Landkreises Bautzen.