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Busse für Züge

Ab Montag stellt die Städtebahn zwischen Sebnitz und Neustadt auf Schienenersatzverkehr um. Oder schon ab Sonnabend? Kunden erhalten nur schwer Informationen.

© Archiv: Daniel Förster

Von Nancy Riegel

Sebnitz/Neustadt. Trotz neu eingestellter Mitarbeiter bekommt die Städtebahn Sachsen den Mangel an Lokführern nicht in den Griff. Ab Montag, dem 23. Juli verkehrt deshalb zwischen den Bahnhöfen Neustadt und Sebnitz erneut für mehrere Wochen Schienenersatzverkehr. Der Bus ist planmäßig bis zum 31. August im Einsatz.

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Eine Entwicklung, die Bahnfahrer schon befürchtet hatten. Bereits von Mitte Mai bis Anfang Juli standen die Züge auf dem Streckenabschnitt RB 71 still. Als Grund wurde damals wie heute der Personalmangel angegeben. Als die Züge ab 1. Juli wieder fuhren, ließ Franziska Straube, Sprecherin der Städtebahn, mitteilen, dass es jederzeit wieder zu Schienenersatzverkehr kommen könnte. Nun, drei Wochen später, ist das der Fall.

Der Dienstplan der Lokführer wurde nämlich in den vergangenen Wochen durch Baustellen entlastet. In Weesenstein wurde eine Brücke neu gebaut, die Müglitztalbahn, die ebenfalls zur Städtebahn gehört, musste deshalb zwischen dem 2. und 22. Juli pausieren. Auf der Strecke Radeberg-Kamenz konnte die Städtebahn ebenfalls wegen Brückenbauarbeiten zwischen dem 9. und 20. Juli nicht fahren. So gab es genug Personal für die übrigen Strecken.

Die Verbindungen im Müglitztal und in Radeberg werden ab diesem Wochenende bzw. Montag planmäßig wieder freigegeben. Dadurch fehlen jetzt wiederum Lokführer auf dem Abschnitt Neustadt – Sebnitz, der laut Städtebahn verhältnismäßig wenig genutzt wird.

Obwohl diese Entwicklung also abzusehen war, informiert die Städtebahn erst sehr kurzfristig über den erneuten Schienenersatzverkehr ab Montag. Auf der Internetseite der Städtebahn Sachsen war am Freitagmittag vom Schienenersatzverkehr noch nichts zu lesen. Lediglich auf der Internetseite des Verkehrsverbunds Oberelbe (VVO) ist eine entsprechende Mitteilung unter „Fahrplanänderungen“ hinterlegt. Erst auf Nachfrage der SZ schickte die Städtebahn am Freitag kurz nach 12 Uhr eine Pressemitteilung zu den Zugausfällen. Telefonisch wollte die Städtebahn der SZ am Freitag keine Auskünfte geben, erst nach einem Anruf beim VVO stand der Geschäftsführer der Städtebahn, Torsten Sewerin, für ein Gespräch zu Verfügung.

Er erläutert, dass die Städtebahn zwar neue Lokführer eingestellt habe, zwischenzeitlich aber zwei Personen wieder abgeworben wurden. „Somit fehlen uns wieder fünf Lokführer.“ Das Personal, das derzeit ausgebildet wird, stehe erst ab September zur Verfügung. Vier Fahrer sollen Ende August ihre Prüfung ablegen. So sei es möglich, den Zugverkehr ab September wieder planmäßig durchzuführen.

Bis dahin müssen Zugpendler zwischen Neustadt und Sebnitz eben mit dem Bus fahren. Der Schienenersatzverkehr ist in den kommenden drei Wochen natürlich ebenso von der Straßensperrung der S 154 betroffen wie alle anderen Fahrzeuge auch. Die großräumige Umleitung führt über Ehrenberg, was eine in etwa doppelt so lange Fahrzeit zwischen den beiden Städten bedeutet. Welche Auswirkung hat das auf den Fahrplan des Schienersatzverkehrs? Auf diese Frage antwortete der Geschäftsführer ausweichend. „Das muss unsere Disposition gerade mit dem Busunternehmen klären.“ Auf die Frage, wie Städtebahn-Kunden erfahren können, wann der Bus abfährt, verweist Sewerin auf die Internetseite – wo aber derzeit noch nichts zum Ersatzfahrplan steht. Alternativ sollte man direkt beim Bahnhof nachfragen.

Kunden der Städtebahn müssen also darauf hoffen, dass die Städtebahn bis zum Montag die Fahrpläne auf ihrer Internetseite anpasst. Wer am Wochenende mit dem Zug zwischen Sebnitz und Neustadt fahren will, muss eventuell auch schon den Bus nehmen. Auf der Internetseite der Städtebahn steht geschrieben, dass am Sonnabend, dem 21. Juli, ab 14 Uhr SEV eingerichtet ist, allerdings ohne Angaben von Gründen. Auf Nachfrage bei der Hotline der Städtebahn heißt es: der SEV beginnt schon am Sonnabend und geht bis Ende August. Beim Verkehrsverbund Oberelbe und in der Pressemitteilung der Städtebahn steht: SEV erst ab Montag. Was stimmt denn nun? Torsten Sewerin vermutet, dass am Sonnabend kurze Zeit kein Zug fährt, am Sonntag schon, und ab Montag dann endgültig SEV. Genau wisse er es aber auch nicht. Bahnkunden müssen sich also darauf einstellen, dass bereits ab Sonnabend kein Zug mehr fährt.