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Döbeln

CAP-Markt: Normal und doch besonders

In dem Discounter arbeiten Menschen mit Handicap. Obwohl es schon 100 solcher Märkte gibt, ist der Waldheimer einzigartig.

Andreas Neapel kümmert sich im künftigen CAP-Markt um den Trockenbau.
Andreas Neapel kümmert sich im künftigen CAP-Markt um den Trockenbau. © Lutz Weidler

Waldheim. Bauen und Regale einräumen. Das läuft im CAP-Markt in der Hecht-Galerie zurzeit parallel. Denn es sind nur noch drei Tage bis zur Eröffnung.

In den beiden Räumen, aus denen der Markt besteht, herrscht geschäftiges Treiben. Aber ganz unterschiedlich. In dem einen haben noch weitestgehend die Handwerker das Sagen. Dass darunter Elektriker sind, die noch die letzten „Strippen ziehen“, bekommen alle im Markt kurzzeitig zu spüren, als es dunkel wird. Aber auch die Klempner und Trockenbauer sind noch am Werk. Gleichzeitig werden einige Mitarbeiterinnen in die Funktion der Kasse im „Cappuccino“eingewiesen, einem kleinen Café, in dem die Kunden nach dem Einkauf noch verweilen können.

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Nebenan sind die Regale bereits gefüllt. und auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob schon alle der 9.000 Produkte, die der Markt anbietet, am richtigen Platz stehen. Doch die Geräusche von rollenden Containern und raschelndem Papier verraten, dass auch in diesem Bereich noch einiges zu tun ist.

Lange hat im Umfeld der Waldheimer Innenstadt ein Discounter gefehlt. Am 5. Dezember hat das Warten ein Ende. Dann können die Waldheimer wieder zentrumsnah einkaufen. Und das in einem ganz besonderen Markt. Vom Grunde her unterscheidet er sich nicht von anderen. „Wir beziehen unsere Waren von Edeka, aber auch von regionalen Bauern“, sagt Projektleiterin Annette Wüchner. Die Verkaufsfläche ist 743 Quadratmeter groß.

Nur wer den Blick nach oben richtet, sieht den dezenten Hinweis auf das Motto des CAP-Marktes: „Gemeinsam anders“. CAP steht für Chance, Arbeit, Perspektive, aber auch für die zweite Silbe des Wortes Handicap und für den Inklusionsgedanken, der dem Konzept zugrunde liegt. Die Hälfte der zwölf Mitarbeiter hat ein Handicap und einige von ihnen ansonsten kaum eine Chance auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt.

Das CAP-Konzept gibt es schon seit 20 Jahren und inzwischen mehr als hundert Märkte – vor allem in Westdeutschland. Der Waldheimer ist trotzdem einzigartig. Es ist der erste derartige Markt, der von einem DRK-Kreisverband geführt wird.

  • Eröffnung CAP-Markt: 5. Dezember, 7 Uhr

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