merken

Caravanplatz in Mittelndorf geplant

Ein Unternehmer möchte einen Stellplatz für Wohnmobile in Mittelndorf eröffnen. Nur mit der Zufahrt könnte es eng werden.

© Dirk Zschiedrich

Von Dirk Schulze

Anzeige
SIMPLY NEW: jetzt mitfeiern! 

Das Team der Dresdner-Strehlener Kfz-Technik hat gleich doppelten Grund zur Freude: Neueröffnung und 125 Jahre ŠKODA. Mitfeiern lohnt sich!

Mittelndorf. Dort, wo bisher nur vereinzelt Autos parken, könnte in Zukunft in Mittelndorf ein Stellplatz für Wohnmobile entstehen. Mit dieser Geschäftsidee hat ein Interessent im Sebnitzer Rathaus vorgesprochen. Er möchte den öffentlichen Parkplatz am Ortseingang aus Richtung Bad Schandau kaufen und ihn in einen Caravanstellplatz für Urlauber umwandeln.

Aus Sicht der Stadt spricht nichts dagegen. Der Parkplatz, der ursprünglich für die Besucher des Waldbades und als Festplatz für die Ortsfeste gebaut wurde, werde fast gar nicht genutzt. Das Waldbad ist seit Jahren dicht und die Feste im Ort werden mittlerweile auf einem anderen Gelände gefeiert. Einnahmen aus Parkgebühren würden ebenfalls nicht verlorengehen, da das Parken kostenfrei ist. Zudem entstehen am ehemaligen Gasthof derzeit neue Parkflächen. Die Stadt sieht das kommunale Grundstück deshalb als entbehrlich an und würde es verkaufen.

Allerdings nicht zum Höchstgebot, wie Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) erklärte. Denn dann würde bei der Ausschreibung automatisch der Bieter mit der dicksten Brieftasche den Zuschlag bekommen. Damit das nicht passiert, hat das Rathaus einen Festpreis von 28 560 Euro festgesetzt. Entscheidend für die Vergabe wird letztlich das Nutzungskonzept sein, das die Interessenten bei der beschlossenen öffentlichen Ausschreibung mit einreichen müssen. So will sich die Kommune ihre Einflussmöglichkeiten auf die Zukunft des durchaus attraktiven Grundstücks sichern.

Bevor der Stadtrat der Ausschreibung zustimmte, machten verschiedene Räte allerdings noch auf eine Schwierigkeit aufmerksam: die Zufahrt zum Gelände. Die ist nämlich nicht direkt von der Staatsstraße aus möglich, sondern nur von hinten über die Weinbergstraße. „Das ist ein großes Problem“, sagte Wolfgang Mühle (Mitsprache Stadt und Land), Ortsvorsteher von Mittelndorf. „Dort kannst du mit allem drauf fahren, aber nicht mit einem Caravan.“ Denn die Weinbergstraße sei in Wirklichkeit wesentlich schmaler als sie erscheine. Teile der genutzten Flächen befänden sich in Privathand, und die Eigentümer wären sicher nicht damit einverstanden, wenn in Zukunft regelmäßig große Fahrzeuge über ihre Grundstücke rollen. Die Zufahrt müsse deshalb geregelt werden, am besten mit einer neuen Einfahrt direkt von der Staatsstraße.

Dafür stehe die Chance aber wohl schlecht. „Die Aussicht auf Erfolg ist gleich null“, sagte Ronald Kretzschmar, Leiter der Hauptverwaltung im Sebnitzer Rathaus. Eine neue Auffahrt auf die Staatsstraße müsste das Landesamt für Straßenbau und Verkehr genehmigen – und die Behörde fahre diesbezüglich einen harten Kurs. Der Durchgangsverkehr hat aus Sicht des Landesamtes Vorrang, neue Auffahrten würden deshalb kaum mehr genehmigt.

Mit dieser Frage muss sich der künftige Eigentümer auseinandersetzen. Damit der Parkplatz zum Wohnmobilplatz umgewandelt werden kann, ist ohnehin ein Bebauungsplan-Verfahren notwendig. Das nimmt mindestens ein Jahr in Anspruch. Erste Camper könnten also frühestens 2019 den Panoramablick genießen.