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Politik

CDU Thüringen stürzt in Umfrage ab

Bei Neuwahlen in Thüringen könnte Rot-Rot-Grün nach einer aktuellen Umfrage wieder auf eine Mehrheit hoffen. Schlecht sieht es für CDU und FDP aus.

Mike Mohring, Landesvorsitzender der CDU in Thüringen, dürfte die neuen Umfragewerte mit Sorge aufnehmen.
Mike Mohring, Landesvorsitzender der CDU in Thüringen, dürfte die neuen Umfragewerte mit Sorge aufnehmen. © Michael Kappeler/dpa

Der Eklat bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen hat die Stimmung im Freistaat offenbar deutlich gedreht, wie eine am Freitag veröffentlichte Forsa-Umfrage für das RTL/ntv-Trendbarometer zeigt. 

Wenn der Thüringer Landtag jetzt neu gewählt würde, verlöre die CDU gegenüber der Landtagswahl im Oktober 2019 knapp zehn Prozentpunkte: Die Christdemokraten würden von 21,7 auf 12 Prozent abrutschen. Die FDP käme noch auf 4 Prozent (5% bei der Landtagswahl) und würde es nicht mehr in den Landtag schaffen.

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Die Linke könnte 6 Prozentpunkte zulegen und käme auf 37 Prozent. Auch alle übrigen Parteien würden derzeit besser abschneiden als bei der Wahl vor vier Monaten: 

  • SPD 9 Prozent (8,2%)
  • Grüne 7 Prozent (5,2%)
  • AfD 24 Prozent (23,4%)
  • 7 Prozent würden sich für eine der sonstigen Parteien entscheiden (5,5%).

Rot-Rot-Grün käme zusammen auf 53 Prozent. Somit könnte sich der abgewählte Ministerpräsident Bodo Ramelow auf eine regierungsfähige Mehrheit stützen.

Die große Mehrheit der Thüringer (77%) bewertet es "weniger gut oder schlecht", dass sich FDP-Landeschef Thomas Kemmerichmit den Stimmen von FDP, CDU und AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ. 20 Prozent fanden dieses Vorgehen "gut" oder "sehr gut". 56 Prozent der Thüringer sind der Auffassung, dass die Wahl Kemmerichs mit Hilfe der AfD Auswirkungen über das Bundesland hinaus hat: die Stabilität des politischen Systems in ganz Deutschland sei dadurch gefährdet.

Die meisten Thüringer wollen Ramelow zurück

72 Prozent der Thüringer sind darüberhinaus der Meinung, dass Kemmerich die Wahl nicht hätte annehmen dürfen. 71 Prozent der Thüringer haben kein Verständnis für das Verhalten der CDU im Landtag. 68 Prozent sind für Neuwahlen, 29 Prozent sind dagegen.

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Eine Mehrheit in Thüringen hätte außerdem gern den alten Ministerpräsidenten wieder. 65 Prozent bedauern, dass Bodo Ramelow nicht mehr Regierungschef ist. Wenn die Thüringer ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 64 Prozent für den Linken Ramelow entscheiden. 6 Prozent würden Thomas Kemmerich (FDP) wählen, 9 Prozent Mike Mohring (CDU) und 3 Prozent Christoph Kindervater (AfD). (SZ)

Hinweis: Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte am 6. Februar 1.003 Menschen in Thüringen befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt den Angaben zufolge bei +/- 3 Prozentpunkten.