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CDU und SPD in Sachsen noch vorn

In Sachsen schaffte es die AfD erstmals in einen Landtag. Mittlerweile könnte die Partei dort ihren Stimmenanteil laut einer Umfrage wohl mehr als verdoppeln. An der Regierung würde das aber vermutlich nichts ändern.

© dpa

Dresden. Trotz deutlicher Gewinne für die AfD könnten CDU und SPD in Sachsen ihre Koalition fortsetzen, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahl wäre. Wie eine von „Bild“ Sachsen in Auftrag gegebene Umfrage des Insa-Instituts ergab, bliebe die CDU trotz leichter Verluste von knapp zwei Punkten im Vergleich zur Wahl 2014 mit 37,5 Prozent die mit Abstand stärkste Kraft im Freistaat. Die SPD würde demnach leicht auf 13 Prozent (2014: 12,4) zulegen. Die AfD, die 2014 mit 9,7 Prozent in Sachsen erstmals in ein deutsches Landesparlament eingezogen war, würde ihr Ergebnis aktuell mit 21,5 Prozent mehr als verdoppeln.

„Ohne und gegen die CDU kann in Sachsen nicht regiert werden“, sagte Insa-Chef Hermann Binkert der „Bild“-Zeitung. Sein Institut hatte nach eigenen Angaben vom 19. bis zum 23. September 1 000 Bürger telefonisch befragt. Die Linke verlöre demnach knapp 3 Punkte und käme auf 16 Prozent. Die Grünen dürften mit 6 Prozent (2014: 5,7) rechnen. FDP (2,0) und NPD (1,5) würden erneut an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

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Binkert zufolge blieben der Sachsen-Union größere Verluste wie zuletzt der CDU in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin vor allem durch die Sympathien für Regierungschef Stanislaw Tillich erspart. „Sachsens CDU zehrt vom Ansehen des Ministerpräsidenten.“ Bei Bundestagswahlen würde die CDU im Freistaat derzeit dagegen nur 32 Prozent der Stimmen holen. „Die sächsische Union wird der stärkste CDU-Landesverband“, prognostizierte Binkert.

Den Linken machten vor allem die Demografie und die AfD zu schaffen. „Stammwähler sterben aus, Protestwähler wandern zur AfD ab“, sagte der Institutschef. Die Zeit der rechtsradikalen NPD sei in Sachsen vorbei: „Die AfD saugt den rechten Rand weg. Die NPD ist inzwischen bedeutungslos.“ (dpa)