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Sport

Der CFC kommt nicht zur Ruhe

Fans drohen dem Geschäftsführer nach dem Rauswurf des Kapitäns. Gremien kämpfen um die Macht und der Klub um seine Existenz.

CFC-Trainer David Bergner hat turbulente Tage hinter sich und einen neuen Kapitän: den Abwehrspieler Niklas Hoheneder. ©  dpa/Robert Michael

Chemnitz. Die sportliche Misere mit einem Punkt aus vier Spielen erscheint derzeit als das geringste Problem des Chemnitzer FC. Die Schlagzeilen bestimmen ein seit Monaten schwelender Machtkampf zwischen Insolvenzverwalter und Notvorstand, die drohende Liquidation des sich in der Insolvenz befindenden Drittligisten und die Entlassung von Kapitän Daniel Frahn. Der CFC spielt um seine Zukunft - auf und neben dem Platz.

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Wie gefährdet ist der Profifußball in Chemnitz?

"Maximal", sagt Geschäftsführer und Sportdirektor Thomas Sobotzik. "Der Klub verzettelt sich in Kleinkriegen." Insolvenzverwalter Klaus Siemon und die CFC-Notvorstände, die eigentlich eng kooperieren müssten, liegen im Dauerclinch. Siemon bezeichnete sie als "insolvenzrechtlich inkompetent". Das Verhältnis sei zerrüttet. Er zeigte die "Masseunzulänglichkeit" für den Verein beim Amtsgericht an. Die vorhandenen Mittel reichten nicht mehr aus, um alle Kosten und Verbindlichkeiten des Klubs zu decken. Doch der Rechtsanwalt betonte auch, dass die CFC-Fußball-GmbH uneingeschränkt funktions- und handlungsfähig sei.

Das Amtsgericht wies seinen Antrag, eine für den 19. August einberufene Mitgliederversammlung des Vereins zu verhindern, ab. Die Notvorstände wollen dabei die Klubsatzung ändern lassen. Ziel sei es, eine Beitragspflicht darin festzuschreiben. Das Geld soll dazu beitragen, das vorerst gerettete CFC-Nachwuchsleistungszentrum zu finanzieren und dadurch langfristig zu erhalten.

Was passiert, wenn der Verein CFC abgewickelt wird?

"Mit Auflösung oder Verlust der Rechtsfähigkeit des Muttervereins verliert die Tochtergesellschaft ihr Antragsrecht für eine Zulassung zur folgenden Spielzeit", erklärte Jochen Breideband, Sprecher für die 3. Liga beim Deutschen Fußball-Bund mit Verweis auf das Statut. Offen bleibt, welche Folgen eine Löschung des CFC aus dem Vereinsregister für diese Saison hat. Die Profimannschaft spielt seit Anfang 2019 nicht mehr unter dem Dach des Klubs, sondern als der ausgegliederten CFC-Fußball-GmbH. "An Spekulationen über mögliche Szenarien, Folgen oder Sanktionen möchte der DFB sich nicht beteiligen", sagte Breideband. "Wir prüfen stets die konkreten Fälle. Aktueller Stand ist, dass der Chemnitzer FC e. V. existiert und ausreichend Jugendmannschaften vorhanden sind. Mit dem Klub steht der DFB regelmäßig in Kontakt und Austausch."

Welche Folgen hat die Trennung von Kapitän Daniel Frahn?

"Wenn man den Torschützenkönig der vergangenen Regionalliga-Saison nicht mehr in seinen Reihen hat, ist es sportlich eine sehr einschneidende Geschichte", erklärte Trainer David Bergner. "Jetzt bekommen die anderen Spieler die Möglichkeit, um sich zu zeigen."  Vor der Trainingseinheit am Mittwochmittag informierte Sobotzik die Mannschaft und ihre Betreuer über die Vorgänge in den vergangenen Tagen. "Alles, was gesagt wurde, bleibt in der Kabine", meinte er. "Es war ein sehr offener Dialog." Bergner ergänzte: "Wir haben uns die Zeit genommen, alle Fragen der Spieler zu beantworten und auch unsere Sichtweise der Entscheidung noch einmal darzulegen." Neuer Kapitän wird Verteidiger Niklas Hoheneder.

Der Verein hatte sich am Montag vom Kapitän getrennt. Ihm wird Nähe zur rechten Szene vorgeworfen. Frahn hatte während des Spiels beim Halleschen FC im Gästeblock zwischen CFC-Fans gesessen, die der mutmaßlich rechtsradikalen Szene zugeordnet werden. Überregional erhielt der Drittligist viel Zustimmung für die Entscheidung. Bei einem Großteil der CFC-Fans war der Stürmer dagegen sehr beliebt. Viele Anhänger reagierten auf die Entscheidung mit Unverständnis. Sobotzik hatte in WhatsApp-Nachrichten sogar Drohungen erhalten.

Die Polizeidirektion Chemnitz steht seit Dienstagabend in Kontakt mit ihm. "Derzeit erfolgt eine Bewertung des Sachverhaltes mit Blick auf eine strafrechtliche Relevanz sowie die Gefährdungslage", erklärte eine Sprecherin. Man gehe, besonders mit Blick auf das Pokalspiel am Sonntag, sehr sensibel mit den Hinweisen um und diesen auch nach. Der CFC empfängt in der ersten Runde den Zweitligisten Hamburger SV. (dpa)

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