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Fans bedrohen CFC-Geschäftsführer

Thomas Sobotzik bekommt nach dem Rauswurf des Kapitäns nicht nur nette Nachrichten, und auch die Polizei reagiert auf die Turbulenzen.

Daniel Frahn spielt nicht mehr für den Chemnitzer FC.
Daniel Frahn spielt nicht mehr für den Chemnitzer FC. ©  dpa/Robert Michael

Chemnitz. Nach der Entlassung von Daniel Frahn ist Thomas Sobotzik, Sportdirektor und Geschäftsführer von Fußball-Drittligist Chemnitzer FC, bedroht worden. "Ich hatte sehr viele Nachrichten von Fans, die plötzlich meine Nummer hatten. Das waren sicherlich nicht nur nette WhatsApp. Wenn man das als Drohungen bezeichnen kann ... es blieb aber bei Drohungen", betonte Sobotzik am Dienstag.

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Der Klub warf dem Kapitän Nähe zur rechten Szene vor. Der Angreifer hatte während des Punktspiels am Sonnabend beim Halleschen FC im Gästeblock zwischen CFC-Fans gesessen, die der mutmaßlich rechtsradikalen Szene zugeordnet werden. Daraufhin trennte der Verein sich am Montag von dem Stürmer, der bereits am 9. März beim Heimspiel gegen die VSG Altglienicke nach einem Tor ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" (Unterstütze deine lokalen Hools) hochgehalten hatte.

"Er sieht das nicht als Problem. Es sei reine Privatsache, mit wem er sich umgibt", erklärte Sobotzik. "Die Entscheidung tut uns sportlich massiv weh, aber wir mussten sie treffen." Sie sei "absolut richtig" und "alternativlos" gewesen.

Neben den Drohungen habe der CFC auch eine Menge Zuspruch für den Entschluss, sich von Frahn zu trennen, erhalten. "Es gab sehr viel Zustimmung aus Deutschland. Viele Kollegen und Vereine haben sich gemeldet und uns in der Entscheidung bestärkt", meinte Sobotzik. Es sei derzeit dennoch sehr schwierig, zur Tagesordnung überzugehen. "An eine übliche, tägliche Arbeit ist momentan kaum zu denken. Wir müssen uns damit auseinandersetzen. Darin liegt aber auch eine Chance. Es gibt Situationen im Leben, da geht es nur ums Überleben. In dieser Situation befindet sich gerade der Chemnitzer FC."

Sobotzik sei außerdem überzeugt davon, dass "aus der Mannschaft nur Daniel Frahn mit der rechten Szene sympathisiert. Wir werten beim ersten Training mit der Mannschaft und dem Funktionsteam am Mittwoch alles aus." Am Sonntag trifft der CFC in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Hamburger SV.

Die Polizei in Chemnitz passt ihre Einsatzmaßnahmen entsprechend der ihr vorliegenden Erkenntnisse für das Spiel gegen den Zweitligisten an. Dazu würden mit den Verantwortlichen des Vereins und der CFC-Fußball-GmbH alle sicherheitsrelevanten Aspekte abgestimmt. "Wir haben die Einwicklungen rund um den Chemnitzer FC und die Reaktionen der Fans seit geraumer Zeit im Blick", sagte ein Sprecher. "Wie bei jedem Fußballspiel, das wir absichern, stellen wir uns auch am Sonntag auf mehrere Eventualitäten ein."

Fußball-GmbH rettet Nachwuchs

Derweil übernehmen die Gesellschafter der CFC-Fußball-GmbH vorerst den Nachwuchs des insolventen Drittligisten. Die Kündigungen der Nachwuchstrainer seien dadurch zunächst vom Tisch. "Somit sind auch die Verträge der Trainer und Nachwuchsspieler gesichert", teilte der Verein mit. Die Übernahme aller Verpflichtungen "gilt zunächst für den Monat August 2019, da nach der Mitgliederversammlung mit dem neu zu bestellenden Vorstand eine voll umfängliche Regelung zur Fortführung des Nachwuchsleistungszentrums getroffen werden soll".

Die Grundlagen für den Fortbestand der Nachwuchsarbeit im insolventen Verein sollen am 19. August bei der Mitgliederversammlung beschlossen werden. Voraussetzung dafür war die Freigabe des Nachwuchsleistungszentrums aus dem Insolvenzbeschlag zur Fortführung im insolvenzfreien Bereich. Diese erfolgte durch den Insolvenzverwalter am 1. August, teilte der CFC-Vorstand mit. "Die Deckung des Etats ist nach unserer Überzeugung mit Hilfe von Mitgliedern, Fans und Unterstützern möglich. Hierbei ist infolge der Freigabe aus der Insolvenz eine ausschließlich zweckgebundene Verwendung der Mittel für den Nachwuchs/die Frauenabteilung des Vereins sicher gestellt." (dpa)