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Dresden

Challenge-Tag 3: Arabisch aus erster Hand

Mühsam hat sich SZ-Redakteur Henry Berndt einige Sätze auf Arabisch zurechtgelegt. Doch bei einem Muttersprachler erntet er damit nur Kopfschütteln. 

Der Syrer Mahmoud Kikki nimmt SZ-Redakteur Henry Berndt einige Illusionen - und hilft ihm doch weiter.
Der Syrer Mahmoud Kikki nimmt SZ-Redakteur Henry Berndt einige Illusionen - und hilft ihm doch weiter. © Henry Berndt

Im Laufe einer jeden Challenge kommt der Punkt, an dem man erkennen muss, ob man auf einem guten Weg ist, oder ob man sich völlig verrannt hat. Bei meinem kleinen Ausflug ins Arabische ist leider zweiteres der Fall.

Zwei Tage lang habe ich versucht, mir mithilfe von Literatur und einem Hörbuch den einen oder anderen Satz auf Arabisch einzutrichtern. Das ist mir mehr schlecht als recht gelungen. Zwei von drei Sätzen habe ich innerhalb kürzester Zeit wieder vergessen.

Vor allem aber musste ich am Mittwoch einsehen: Selbst meine wenigen Sätze, die ich stolz aufsagen konnte, sind für einen arabischen Muttersprachler nicht zu verstehen.

In der Universitätsbibliothek habe ich mich am Vormittag mit dem Syrer Mahmoud Kikki getroffen, der so freundlich war, mir eine kleine Lehrstunde zu geben. Mahmoud kam vor drei Jahren als Flüchtling nach Deutschland und hat es in der deutschen Sprache schon bis zum Level C1 geschafft. Inzwischen studiert er an der TU Informatik.

Wer Arabisch lernen möchte, der sollte sich erst einmal mit dem Arabischen Alphabet vertraut machen. 
Wer Arabisch lernen möchte, der sollte sich erst einmal mit dem Arabischen Alphabet vertraut machen.  © Henry Berndt

Gleich am Anfang unserer Begegnung wollte ich ihn mit meinen Sätzen beeindrucken: "Yumkinunī at-taĥadduthu qalīlan bi-llughata al-'arabiyyah." Das sollte heißen: "Ich spreche ein wenig Arabisch." Verstanden hat er leider nur die Wörter "Sprache" und "Arabisch".

Das grundsätzliche Problem, so erklärt mit Mahmoud, ist die Übertragung der arabischen Begriff ins lateinische Alphabet. Das scheint zwar das Lernen auf den ersten Blick zu vereinfachen. Allerdings gingen damit entscheidende Informationen über die richtige Aussprache verloren.

Gleich zehn der 28 arabischen Buchstaben haben vom Laut her keine Entsprechung in der deutschen Sprache. Das ist ein Problem. Das ist mein Problem! 

Eigentlich müsste ich demnach zunächst einmal das arabischen Alphabet pauken. Mahmoud zeichnet mir eine Tabelle auf, in der er ausführlich darlegt, dass jeder Buchstabe ein anderes Zeichen und eine andere Aussprache hat, je nachdem, an welcher Stelle eines Wortes er steht. 

Da hilft nur Lernen. Viel Lernen. Und so viel Zeit bleibt mir leider in dieser Woche nicht.

Immerhin kann ich nach anderthalb Stunden mit Mahmoud in der Bibliothek schon mal meinen Vornamen schreiben. Dabei gab es die Schwierigkeit, dass es im Arabischen den Laut für "e" gar nicht gibt. Wir mussten uns mit "i" behelfen.

Nach seiner ersten echten Unterrichtsstunde kann SZ-Redakteur Henry Berndt schon seinen eigenen Vornamen schreiben.
Nach seiner ersten echten Unterrichtsstunde kann SZ-Redakteur Henry Berndt schon seinen eigenen Vornamen schreiben. © Henry Berndt

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Nachdem ich mich mit einem freundlichen "i-la al-rad" für "bis morgen" von Mahmoud verabschiedet habe (und er mich darauf hinwies, dass wirklich niemand im arabischen Raum das so sagen würde), stehe ich nun ziemlich verloren da.

Wie kann ich meine Arabisch-Challenge noch retten? Habt ihr eine Idee für mich? Schreibt mir an [email protected] 

Es bleibt nicht viel Zeit. Schon am Freitag steht die Prüfung mit einem weiteren Muttersprachler an...