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Chaos-Tag im Erzgebirge

Sie wollten die Krise der Kleebläter nutzen, doch am Ende wurde es ein unvergesslich schlechter Nachmittag für Erzgebirge Aue. Die Mannschaft unterliegt mit 2:6.

© dpa

Von Tina Hofmann

Aue. Mit einem rabenschwarzen Nachmittag hat sich der FC Erzgebirge Aue tiefer in die Krise befördert. Das Team von Trainer Falko Götz unterlag am Samstag in der 2. Fußball-Bundesliga der SpVgg Greuther Fürth mit 2:6 (1:3). Die 8.750 Zuschauer im Sparkassen-Erzgebirgsstadion erlebten chaotische 90 Minuten. Erst brachte Niklas Füllkurg sein Team mit einem Hattrick (5./8./17. Minute) in Führung. Danach kam Aue mit den Toren von Jakub Sylvestr (25.) und Dominic Rau (47.) wieder auf 2:3 heran. Ein Eigentor von Rau (48.), ein verwandelter Elfmeter von Zoltan Stieber (56.) und erneut ein Treffer von Füllkrug (86.) beendeten die Partie.

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„Mir fehlen die Worte. Das war ein komisches Spiel. Wir kommen heran in der zweiten Halbzeit, doch dann zieht Fürth wieder weg. Ich habe so ein Spiel auch noch nicht erlebt. Es ist eine Katastrophe“, sagte Innenverteidiger Thomas Paulus, der zum ersten Mal seit dem 27. Juli auflief. Guido Kocer wurde noch deutlicher: „Wer im Derby nicht bereit ist, alles zu geben, soll sich gleich beim Trainer abmelden“, erklärte der Mittelfeldspieler eine Woche vor dem Duell mit der SG Dynamo Dresden.

Die Gastgeber zeigten in den ersten 20 Minuten das finstere Gesicht, das sie in der Vergangenheit schon so oft vor Probleme gestellt hatte. Innerhalb von nur 17 Minuten machte Füllkrug das 0:3 perfekt. Beim ersten Treffer spielte Kevin Pezzoni einen fatalen Rückpass, doch auch Schlussmann Sascha Kirschstein machte gar keine gute Figur. Nur drei Minuten später kam der Torwart nach einem Pass von Florian Trinks erneut nicht an den Ball.

Zweitschnellster Hattrick der Zweitliga-Geschichte

Nach einem schnell ausgeführten Freistoß klingelte es das nächste Mal im Auer Kasten. Der Mann des Tages hatte aus 18 Metern abgezogen und mit 11:48 Minuten für seine drei Tore den zweitschnellsten Hattrick der Zweitliga-Geschichte perfekt gemacht. Die gesamte Defensive der Gastgeber machte den Weg frei und schaute steif stehend dem Ball hinterher.

Wie bei allen Spielen, in denen die „Veilchen“ nach kurzer Zeit eigentlich aussichtslos zurücklagen, ging auf einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Von den Fans ausgepfiffen und beschimpft, rannten die zehn Feldspieler plötzlich was das Zeug hielt. Der Druck zahlte sich aus und Sylvestr kam nach schöner Ecke von Rico Benatelli zum Treffer. Noch vor der Pause hatte Dominic Rau das Anschlusstor auf dem Hinterkopf, doch der Ball zischte knapp am rechten Pfosten vorbei.

In der zweiten Hälfte ging es genauso turbulent weiter. Erst gelang Rau der Anschlusstreffer. 53 Sekunden später traf er aber auch ins eigene Tor. Um die chaotische Partie abzurunden, verursachte Kocer auch noch einen Strafstoß. Dank diesem erhöhten die „Kleeblätter“ durch Stieber. Damit waren die Messen in der Partie gelesen. Füllkrug machte am Ende noch seinen vierten Treffer. (dpa)