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Chef der Neustadthalle entlassen

Udo Preusche wurde von der Stadt Neustadt fristlos gekündigt. Ähnlich lief es auch im Fall seiner Vorgänger.

© Dirk Zschiedrich

Von Nancy Riegel

Neustadt. Udo Preusche ist nicht länger Geschäftsführer der Neustadthalle-Veranstaltungs GmbH. Die Stadt Neustadt als alleinige Gesellschafterin hat ihn mit sofortiger Wirkung entlassen. Vertretungsberechtigter Geschäftsführer auf unbestimmte Zeit ist nun Frank Beyer, der zuletzt Chef von ICN (Industrie-Center Neustadt) war und bereits im Jahr 2010 übergangsweise an der Spitze der Stadthalle stand.

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Udo Preusche war seit September 2016 Chef der Neustadthalle. Der 57-Jährige ist studierter Diplom-Ingenieur.
Udo Preusche war seit September 2016 Chef der Neustadthalle. Der 57-Jährige ist studierter Diplom-Ingenieur. © Foto: Dirk Zschiedrich
Frank Beyer war zuletzt Geschäftsführer der Industrie-Center Neustadt GmbH und leitet nun die Stadthalle.
Frank Beyer war zuletzt Geschäftsführer der Industrie-Center Neustadt GmbH und leitet nun die Stadthalle. © Steffen Unger

Der Wechsel wurde laut Handelsregister vor einigen Tagen beschlossen. Am 7. Mai entschied die Gesellschafterversammlung, das heißt Neustadts Bürgermeister Peter Mühle (NfN), die Abberufung des 57-jährigen Preusche. „Der Geschäftsführeranstellungsvertrag zwischen der Neustadthalle-Veranstaltungs GmbH und Udo Preusche vom 01.09.2016 wird außerordentlich [...] gekündigt“, heißt es dazu im Protokoll. Für eine außerordentliche Kündigung, auch fristlose Kündigung genannt, muss ein wichtiger Grund vorliegen, der das Arbeitsverhältnis schwerwiegend belastet. Laut Bürgerlichem Gesetzbuch sind das betriebs-, personen- oder verhaltensbedingte Gründe.

Welcher dieser Gründe ausschlaggebend für die Entlassung Preusches ist, wird der Bürgermeister noch beantworten müssen. Eine entsprechende Anfrage blieb bis Montag, 18 Uhr unbeantwortet. Die Neustädter Stadträte wurden im nichtöffentlichen Teil der Stadtratsitzung am 23. Mai über die Entlassung informiert. Im öffentlichen Teil, also vor Bürgern und Presse, wurde das Thema von Peter Mühle nicht angesprochen. Auch nicht, als es darum ging, die noch freie Stelle im Aufsichtsrat der Neustadthalle zu besetzen. Die Stadträte Matthias Mews (CDU) und Christian Kowalow (FDP) hatten im Dezember ihre Mandate niedergelegt – aus Protest gegen die schlechte wirtschaftliche Lage der Stadthalle, deren Verluste in den vergangenen Jahren durch Steuergelder ausgeglichen werden mussten. Eine der Stellen wurde durch Frank Beyer besetzt, die andere ist bis heute frei. Weil sich niemand finden ließ, sollen die Räte und Fraktionen nun Wahlvorschläge einreichen. Zum Aufsichtsrat gehören noch Stadtrat Torsten Schlegel (NfN), Steuerberaterin Angelika Zenker und der Bürgermeister.

Der 69-jährige Frank Beyer ist seit dem 16. Mai Interimsgeschäftsführer. Er wollte sich am Telefon nicht zur Causa Preusche äußern und verwies auf das Stadtoberhaupt. Er bestätigte lediglich, dass er seine Stelle im Aufsichtsrat aufgrund der Geschäftsführertätigkeit ruhen lassen muss.

Die Entlassung Preusches erinnert an das Los der vorherigen Geschäftsführer. Im Dezember 2015 wurde Enver Nickel überraschend entlassen. Als Hauptgrund wurde damals die schlechte Wirtschaftslage der Gesellschaft, einer hundertprozentigen Tochter der Stadt, genannt. Ende 2009 hatte sich die Stadt bereits von Vorgänger Olaf Franke getrennt. Ihm wurde eine Zweittätigkeit vorgeworfen. Ein Rechtsstreit dazu endete mit einem Vergleich.