merken

Chefredakteure von ZDF und ARD-aktuell zu Gast bei AfD

Seit vier Jahren hetzen Anhänger der Pegida-Bewegung in Dresden gegen die „Lügenpresse“. Sie zweifeln so ziemlich alles an, was nicht ins eigene Weltbild passt. Auch die AfD sieht sich von Medien oft falsch dargestellt oder ignoriert. Es gibt jede Menge Gesprächsbedarf.

Dresden. ARD und ZDF stellen sich AfD-Kritikern in Dresden zum Thema „Medien und Meinung“. Unter diesem Titel hat der AfD- Kreisverband Dresden die Chefredakteure von ARD-aktuell, Kai Gniffke, und ZDF, Peter Frey, am 25. Oktober zu einer Podiumsdiskussion in die sächsische Landeshauptstadt eingeladen. Beide Journalisten haben zugesagt und kommen, wie die Sender bestätigten. Gniffke sei der Überzeugung, dass es wichtig ist, den Beitragszahlern die eigene Arbeit zu erläutern und den Dialog mit dem Publikum zu führen.

Bislang stehen nur Datum und Uhrzeit fest. Ein Ort für die Diskussionsrunde soll noch genannt werden. „Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten wird nicht jede Anmeldung berücksichtigt werden können“, teilte die AfD mit. Sie will das Los entscheiden lassen und bat dafür schon vorab um Entschuldigung. Neben Gniffke und Frey sollen der AfD-Politiker und Journalist Nicolaus Fest und Michael Klonovsky, früher unter anderem Chef vom Dienst beim Nachrichtenmagazin „Focus“, teilnehmen.

Einkaufen und Schenken
Nur einen Klick entfernt
Nur einen Klick entfernt

Hier erhalten Sie nützliche Tipps und die aktuellsten Neuigkeiten rund ums Thema Einkaufen und Geschenke aus Ihrer Region.

„Es ist keine Neuigkeit, dass das Verhältnis zwischen der AfD und größeren Teilen der deutschen Medienlandschaft mindestens angespannt ist. Gegenseitige Vorwürfe haben in der Vergangenheit das öffentliche Bild geprägt“, hieß es in der Einladung zu der Veranstaltung. Bei der Diskussion wolle man die jeweiligen Gründe für diese Entwicklung und auch mögliche Szenarien für die Zukunft beleuchten. Die Veranstaltung solle dem gegenseitigen Erkenntnisgewinn dienen, hieß es weiter.

Andere Sätze in der Einladung lesen sich so, als wolle die AfD aufgebrachte Anhänger schon vorher um Zurückhaltung bitten. „Unterschiedliche Positionen sollen daher in sachlicher und nüchterner Atmosphäre diskutiert werden. Wir sind der Überzeugung, dass nur unter diesen Bedingungen die unterschiedlichen Positionen verstanden werden können und Kritik in beide Richtungen angenommen werden kann.“

Mit Sicherheit wird auch die Berichterstattung der Medien über die Demonstrationen von Rechtspopulisten und Rechtsextremen in Chemnitz eine Rolle spielen. Dort war die AfD gemeinsam mit Bürgern und auch Neonazis auf die Straße gegangen, nachdem Ende August ein 35 Jahre alter Deutscher erstochen worden war. Als Verdächtiger sitzt ein Syrer in Untersuchungshaft. Nach einem weiteren mutmaßlichen Täter wird noch gesucht. Die Einladung zu der Podiumsdiskussion war allerdings schon vor den Ereignissen in Chemnitz ausgesprochen und angenommen worden. (dpa)