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Bautzen

Chefwechsel im Bischof-Benno-Haus

Nach fast 25 Jahren verabschiedet sich Rektor Peter-Paul Straube aus Schmochtitz. Seinem Nachfolger Sebastian Kieslich gibt er einen Rat.

Sebastian Kieslich (l.) ist der neue Rektor des Bischof-Benno-Hauses in Schmochtitz. Sein Vorgänger Peter-Paul Straube (r.) wird dem Katholiken noch einen Monat mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Sebastian Kieslich (l.) ist der neue Rektor des Bischof-Benno-Hauses in Schmochtitz. Sein Vorgänger Peter-Paul Straube (r.) wird dem Katholiken noch einen Monat mit Rat und Tat zur Seite stehen. © Steffen Unger

Schmochtitz. Abschied und Neuanfang: Nach fast 25 Jahren übergibt der langjährige Rektor des Bischof-Benno-Hauses, Peter-Paul Straube, die Leitung an die nächste Generation. Sein Nachfolger in der Bildungseinrichtung des Bistums Dresden-Meißen ist Sebastian Kieslich. „Ich möchte, dass dieses Haus seinen Charakter bewahrt und ein Ort für Gemeinden, Familien und Begegnungen bleibt, ein Haus in und für die Region, wo sich Menschen unterschiedlicher Kulturkreise austauschen und konstruktiv streiten können“, sagte er beim Dienstantritt am Montag.

Kieslich ist kein Unbekannter im Bischof-Benno-Haus. „Ich kenne den Ort seit vielen Jahren, war mit meiner Familie und auch meinem langjährigen Arbeitgeber, dem Caritasverband, hier“, sagte der gebürtige Magdeburger. Zudem war er hier auch schon als Künstler zu Gast. Im Februar 1998 trat das ehemalige Mitglied der Dresdner Kapellknaben mit dem A-cappella-Ensemble „Voxaccord“ in Schmochtitz auf. Nach mehr als 20 Jahren hatte sich für den 30. November endlich ein neuer Termin mit den Sängern gefunden. Da war die Leitungsposition noch nicht absehbar. Bei diesem Konzert wird Kieslich nun als Rektor singend auf der Bühne stehen. Dazu sagte sein Vorgänger Straube: „Dieses Gefühl kenne ich zum Beispiel vom Geschichtenerzählen an Adventsabenden im Benno-Haus.“ Der promovierte Erziehungswissenschaftler kam im Oktober 1995 zunächst als pädagogischer Leiter ins Tagungs- und Bildungshaus im Landkreis Bautzen und leitete es ab Dezember 1998.

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„Peter-Paul Straube ist es gelungen, das Haus mit vielen gesellschaftlichen Gruppen zu verknüpfen“, sagte Elisabeth Neuhaus, Leiterin der Hauptabteilung Pastoral und Verkündigung im Bischöflichen Ordinariat. Der Netzwerker habe oft bestehende Dinge zu etwas Neuem zusammengefügt. So bauten der 63-jährige Straube und die heute 28 Mitarbeiter kontinuierlich Seminare und Veranstaltungen zu den Themen Bildung, Gesellschaft, Kirche, Glaube, Seelsorge, Kultur und Politik aus. „Mit dem Team ging es mir um die Frage, wie wir mit Kirche nach außen gehen und erzählen können, was uns Christen bewegt. Kirche hat die Aufgabe, sich einzumischen.“

Politische Zugkraft erhalten

Seinem Nachfolger rät Straube, bewusst hörend und sehend durch die Welt zu gehen, um zu merken, „was das Leben ausmacht“. „Ich wurde zum Beispiel von einem pflegenden Angehörigen eines Alzheimer-Patienten angesprochen, ob wir für sie und die Betroffenen etwas anbieten könnten. So entstand vor fast 20 Jahren eine Bildungsfreizeit“, sagte er. Nur wenige Teilnehmer dieses Projekts seien christlich oder katholisch.

Diese gesellschaftlich-politische Zugkraft möchte der studierte Politik- und Kommunikationswissenschaftler Sebastian Kieslich erhalten. So ist zum Beispiel am 4. April der Journalist Sebastian Friedrich beim Schmochtitzer Forum zu Gast, um seine Thesen über den „Aufstieg der Rechten“ vorzustellen. Er erklärt, wer Akteure der rechts-konservativen Parteien im In- und Ausland sind, welche Ziele sie verfolgen und warum es ihnen gelingt, bei Arbeitern und Erwerbslosen zu punkten.

Das Bischof-Benno-Haus wurde nach dem Wiederaufbau und der Sanierung einiger Gebäude im einstigen Rittergut in Schmochtiz am 1. September 1992 als Bildungs- und Tagungshaus des Bistums Dresden-Meißen eröffnet. Heute zählt es 25 000 Übernachtungsgäste und nochmals 20 000 Gäste von Tagesveranstaltungen. (dpa)

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