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Chemie so gefragt wie nie

Das Franziskaneum will Schüler für Chemie begeistern und wird jetzt dabei von der Wacker Chemie AG unterstützt.

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© Claudia Hübschmann

Von Maria Odrig

Meißen. „Es ist interessant, wie die Welt aus kleinen Teilchen aufgebaut ist. Das würde ich sehr gern erforschen“, sagte Franz Glaubitz. Deshalb wolle er später in der Quantenphysik oder der Biochemie arbeiten. Mit dieser Meinung steht der Elftklässler des Leistungskurses Chemie im Franziskaneum Meißen nicht allein da. Auch seine Klassenkameraden Philipp Kurzmann und Billy Krause können sich einen Job in dem Berufsfeld Chemie gut vorstellen. Das war aber nicht immer so. „Die Chemie wurde früher sehr stiefmütterlich behandelt. Vor ein paar Jahren war es noch so, dass die Siebtklässler für Chemie voll motiviert waren, die Neuntklässler allerdings nicht mehr. Jetzt ist das anders. Da bleiben auch viele Schüler der neunten Klassen dabei“, so Chemielehrer Bernhard Teichfischer. Ende letzten Schuljahres seien sogar Schüler in das Schulleiterbüro gekommen und haben gefragt, ob es im nächsten Schuljahr einen Leistungskurs Chemie geben würde, erinnert sich Schulleiterin Heike Zimmer.

Um dieses Umdenken der Schüler zu erreichen, wurden neue Chemiekabinette eingerichtet, deren Kosten sich auf insgesamt 230 000 Euro belaufen. Laut Zimmer werden die Arbeitsplätze von oben mit Strom, Wasser und Gas versorgt und sind mit interaktiven Tafeln und verstellbaren Tischen ausgestattet. Das sanierte Haus A wurde Ende September 2013 eingeweiht. „Um diese Kabinette haben wir sehr gekämpft. Jetzt sind sie zum Glück nicht mehr museal“, so Zimmer. Die Grundlage für diese Anschaffung sei eine umfangreiche Investition der Stadt Meißen gewesen. Laut der Schulleiterin war dies die Voraussetzung für die Begabtenförderung, das Arbeiten an verschiedenen Stationen und überhaupt das Interesse der Schüler an Chemie. „Die technischen Gegebenheiten sind jetzt exzellent und wirken sich natürlich positiv auf den Unterricht aus“, stimmt Teichfischer zu.

Außerdem beteiligt sich das Gymnasium sei dem Schuljahr 2014/15 an dem Projekt „Chemie hoch 3“ der Universität Leipzig. Da Kinder jetzt anders ticken als noch vor 20 Jahren, müsse man mehr Dinge anwenden und weniger Theorie unterrichten, so Teichfischer. „Das Schwierige ist hier, einerseits den Lehrplan einzuhalten, und andererseits das Lernen interessant und praktisch zu gestalten“, so der Chemielehrer. Man müsse den sächsischen Lehrplan umgestalten und methodisch anders an die Sache herangehen. Teichfischer findet, es müsse mehr Praxis und Verständnis für Chemie her.

Damit in Zukunft noch mehr Interesse der Schüler an Chemie geweckt werden kann, hat die Wacker Chemie AG dem Franziskaneum mit einer Spende von 500 Euro unter die Arme gegriffen, die im Rahmen des Projekts „Pro Chemieunterricht“ von den Chemieverbänden Nordost auf 1000 Euro verdoppelt wurde. „Diese Spende werden wir für die digitale Messwerterfassung, also der Auswertung von Messwerten, nutzen. Die Anschaffung ist jetzt, dank dieser großzügigen Spende, realisierbar“, freute sich Teichfischer.

Auch zukünftig wird es eine enge Zusammenarbeit der Schule mit der Wacker Chemie AG geben, so hofft Teichfischer. „Es wäre schön, mit ausgewählten Schülern Exkursionen in das Unternehmen zu machen oder von Fachkräften des Unternehmens bei einer wissenschaftlichen Arbeit betreut zu werden“, so der Lehrer.