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Chemnitz winkt Millionen-Förderung

Sollte die Stadt Kulturhauptstadt 2025 werden, lässt sich das der Freistaat Sachsen einiges kosten. Ende Oktober fällt die Entscheidung.

"Chemnitz will auf die europäische Bühne und wir werden die Stadt dabei unterstützen", sagte Regierungschef Michael Kretschmer (CDU), neben ihm Barbara Ludwig ( SPD), OB von Chemnitz.
"Chemnitz will auf die europäische Bühne und wir werden die Stadt dabei unterstützen", sagte Regierungschef Michael Kretschmer (CDU), neben ihm Barbara Ludwig ( SPD), OB von Chemnitz. © Jan Woitas/dpa

Chemnitz.  Chemnitz soll mit kraftvoller Unterstützung der Landesregierung den Titel Kulturhauptstadt 2025 nach Sachsen holen und kann dann mit einer Millionen-Förderung vom Freistaat planen. Sollte sich die Stadt bei der Endauswahl im Oktober gegen die Mitbewerber Hannover, Hildesheim, Magdeburg und Nürnberg durchsetzen, stellt das Land in den Jahren 2021 bis 2025 insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung. Das beschloss das Kabinett am Dienstag auf seiner Sitzung in Chemnitz. "Wenn Chemnitz Kulturhauptstadt wird, wird Sachsen Kulturhauptstadt", sagte Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU).

Chemnitz sei eine ganz besondere Stadt mit einer wirklich engagierten Bürgerschaft, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). "Die Kulturhauptstadtbewerbung ist für den gesamten Freistaat von großer Bedeutung. Chemnitz will auf die europäische Bühne und wir werden die Stadt dabei unterstützen", sagte der Regierungschef.

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Die Dresdner Regierung hat ein Strategiepapier erarbeitet, in dem die Unterstützungsmöglichkeiten aller Ressorts bei der Bewerbung aufgezeigt werden. Details wurden zunächst nicht genannt. Es sei ein gesamtgesellschaftliches Anliegen des Freistaates, dass Chemnitz Kulturhauptstadt werde, sagte Ministerin Klepsch. "Alle Ministerien legen sich komplett gemeinsam ins Zeug", betonte sie.

"Wenn Chemnitz Kulturhauptstadt wird, wird Sachsen Kulturhauptstadt": Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU)
"Wenn Chemnitz Kulturhauptstadt wird, wird Sachsen Kulturhauptstadt": Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) © Jan Woitas/dpa

Zuvor hatte die Chemnitzer Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) die Ministerrunde über den Stand der Bewerbung informiert. Man sei jetzt an einer für die Bewerbung ganz entscheidenden Stelle, sagte die Rathauschefin. Bis zum 21. September müssen die abschließenden Bewerbungsunterlagen - das so genannte 2. Bid Book - bei der Kulturstiftung der Länder eingereicht werden. Wegen der Coronavirus-Krise wurde der Termin um sieben Wochen verschoben.

Nach einem Besuch von Juroren in den fünf Bewerberstädten zwischen dem 19. und 23. Oktober berät die international besetzte Jury vom 26. bis 28. Oktober in Berlin. Dort können die Städte auch noch einmal ihre Konzepte präsentieren. Die Entscheidung wird dann am 28. Oktober verkündet. Für die laufende Bewerbungsphase hatte der Freistaat bereits 600.000 Euro bereitgestellt.

"Der Zeitplan bis Oktober ist ein straffer Zeitplan", sagte Ministerin Klepsch. In der zweiten Bewerbungsphase geht die Stadt auch stärker auf die Ereignisse Ende August 2018 ein. Damals war ein 35-jähriger Deutscher von einem inzwischen wegen Totschlags verurteilten Syrer sowie einem mutmaßlichen Mittäter aus dem Irak, der sich seither auf der Flucht befindet, erstochen worden. Die Tat hatte unter anderem fremdenfeindliche Proteste und Übergriffe auf Ausländer ausgelöst.

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Die Jury hatte nach der ersten Bewerbungsphase gerügt, dass dieser Aspekt zu wenig beachtet worden war. "Eine Kulturhauptstadtbewerbung tut auch weh, weil man sich mit schwierigen Themen auseinandersetzen muss", sagte Oberbürgermeisterin Ludwig. Dennoch solle die Bewerbung authentisch sein. "Wir machen nichts für die Jury." (dpa)

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