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Chemnitz

Bedrohte der Dolmetscher Zeugen?

Nach dem Chemnitzer Messerangriff soll es zu einem ominösen Treffen gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft klagt jetzt einen der Übersetzer an.

Der Angeklagte Alaa S. im März vor dem Dresdner Landgericht.
Der Angeklagte Alaa S. im März vor dem Dresdner Landgericht. © Matthias Rietschel / dpa

Chemnitz. Im Prozess um die tödliche Attacke auf den Deutsch-Kubaner Daniel H. im August vergangenen Jahres gerät nun der Dolmetscher des Angeklagten Alaa S. in den Fokus. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft wirft dem 47-jährigen Iraker vor, einen Zeugen zu Falschaussagen angestiftet zu haben. 

Das berichtete Focus Online am Dienstagmittag. Ingrid Burkhart, die Sprecherin des Gerichts, bestätigte die Anklage gegenüber dem Nachrichtenmagazin, wollte sich aber bislang nicht zu weiteren Einzelheiten äußern. 

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Wie Focus Online schreibt, soll sich der Iraker, der 1999 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen war, im November 2018 mit einem Dönerverkäufer in dessen Laden im Stadtzentrum getroffen haben. Der Grund: Der Libanese hatte den Angriff auf Daniel H. beobachtet und den Hauptangeklagten bei einer ersten Aussage schwer belastet. 

Bei dem Treffen war nach Focus-Online-Informationen auch die Freundin von Alaa S. anwesend. Diese habe ihn dort als Dolmetscher engagiert, so offenbar die Aussage des Irakers gegenüber der Polizei. Die Beamten jedoch zweifelten diese Erklärung an, schreibt das Nachrichtenmagazin. 

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Nach monatelangen Ermittlungsarbeiten hat die Staatsanwaltschaft nun Ende März Anklage erhoben. Weil der Iraker als Übersetzer direkt an den bisherigen Verhandlungen beteiligt war, könnte die neue Wendung des Falls auch direkten Einfluss auf den Prozess ausüben. Der wird am Mittwoch am Dresdner landgericht fortgesetzt. (dkr/ mit dpa)