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Sachsen

OB-Wahl: SPD gewinnt in Chemnitz

Zwickau und Chemnitz haben ihre Oberbürgermeister gewählt. In Chemnitz siegt die SPD, in Zwickau ist das Ergebnis überraschend deutlich.

Sieg für SPD und die Bürgervereinigung: Constance Arndt wird ins Zwickauer Rathaus einziehen, Sven Schulze wird Chemnitzer Oberbürgermeister.
Sieg für SPD und die Bürgervereinigung: Constance Arndt wird ins Zwickauer Rathaus einziehen, Sven Schulze wird Chemnitzer Oberbürgermeister. © Ralph Koehler; dpa/Schmidt

Chemnitz/Zwickau. Der Sozialdemokrat Sven Schulze wird neuer Oberbürgermeister von Chemnitz. Im zweiten Wahlgang setzte er sich am Sonntag mit 34,9 Prozent gegen seine vier Konkurrenten durch, wie die Stadt als vorläufiges Endergebnis auf ihrer Internetseite mitteilte. Auf Platz zwei landete CDU-Kandidatin Almut Patt (22,0 Prozent). Der 48-jährige Schulze war als Favorit in die zweite Runde der Wahl gegangen. 

Derweil sorgten die Wähler in Zwickau für einen Paukenschlag. Dort verlor CDU-Kandidatin Kathrin Köhler, die im ersten Wahlgang vorn gelegen hatte, haushoch gegen ihre Konkurrentin Constance Arndt von der Wählervereinigung "Bürger für Zwickau". Für Arndt stimmten 71,9 Prozent der Wähler.

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Sven Schulze wird der nächste Chemnitzer Oberbürgermeister.
Sven Schulze wird der nächste Chemnitzer Oberbürgermeister. © Hendrik Schmidt/dpa

In Chemnitz stellt die SPD seit 1993 ununterbrochen den Oberbürgermeister. Nach 14 Jahren hatte Amtsinhaberin Barbara Ludwig allerdings nicht für eine dritte Amtszeit kandidiert. Sie legt nach Angaben der Stadtverwaltung ihr Amt am 31. Oktober nieder. Schulze war bisher Finanzbürgermeister von Chemnitz. "Ich bin megaglücklich", erklärte SPD-Landeschef Martin Dulig via Twitter zum Wahlausgang. Schulze habe die Kraft, die Stadt zusammenzuführen und ihr neue Impulse zu geben.

Er wolle die Gräben, die es in Chemnitz gebe, überwinden, sagte Schulze nach seinem Wahlsieg. Dabei sehe er sich als Vermittler und Moderator. Dass der AfD-Kandidat Ulrich Oehme am Sonntag von allen fünf Bewerbern das schlechteste Ergebnis (13,2 Prozent) erzielte, zeige: "Chemnitz ist keine braune Stadt."

Chemnitz war 2018 international in die Schlagzeilen geraten, als es dort nach einem tödlichen Messerangriff auf einen Deutschen am Rande des Stadtfestes zu rassistisch motivierten Übergriffen kam. Der Streit um die Frage, ob es "Hetzjagden" gegeben habe, war damals zur Zerreißprobe für die Koalition aus Union und SPD im Bund geworden. Wegen der Messerattacke wurde ein Syrer später zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Derzeit steht Chemnitz, das gut 245.000 Einwohner zählt, im Rennen um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025.

Auch im knapp 89.000 Einwohner zählenden Zwickau hat die bisherige SPD-Rathauschefin Pia Findeiß nicht erneut kandidiert. Ihre Partei hatte daraufhin keinen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt. Trotzdem ist es der CDU, die dort bis 2008 den Oberbürgermeister gestellt hatte, nicht gelungen, den Chefsessel im Rathaus zurückzuerobern. Vielmehr machte am Sonntag die 43-jährige Arndt das Rennen mit großem Abstand. Sie gehört dem Zwickauer Stadtrat an und hat bisher beruflich im Modehandel gearbeitet. 

Auch in Neißeaue (Kreis Görlitz), Arnsdorf (Kreis Bautzen), Steinigtwolmsdorf (Kreis Bautzen) und Demitz-Thumitz (Kreis Bautzen) wurdenam Sonntag Bürgermeister gewählt.

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