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Chemnitz

Die Rückkehr der Friedensfahrt

Die Internationale Friedensfahrt galt als "Tour de France des Ostens". Nun will ihr Chemnitz im Kulturhauptstadtjahr 2025 neues Leben einhauchen.

Teilnehmer der Friedensfahrt im Jahr 2004 an der "Steilen Wand von Meerane". Chemnitz will der legendären Friedensfahrt, die einst vor allem durch Polen, Tschechien und Ostdeutschland verlief, zu einer Neuauflage verhelfen.
Teilnehmer der Friedensfahrt im Jahr 2004 an der "Steilen Wand von Meerane". Chemnitz will der legendären Friedensfahrt, die einst vor allem durch Polen, Tschechien und Ostdeutschland verlief, zu einer Neuauflage verhelfen. © Archiv/SZ/Jürgen Lösel

Chemnitz. Als Kulturhauptstadt 2025 will Chemnitz der legendären Friedensfahrt, die einst vor allem durch Polen, Tschechien und Ostdeutschland verlief, zu einer Neuauflage verhelfen. Einen kleinen Vorgeschmack darauf wird es schon dieses Jahr im September geben. Den Plänen nach sollen dann 78 ambitionierte Freizeitradfahrer in zwei Tagen von Chemnitz nach Prag und zurück fahren. Dabei seien mehr als 400 Kilometer und rund 5.500 Höhenmeter zu überwinden, teilten die Organisatoren am Freitag mit.

Auf diese Weise soll nicht nur das europäische Miteinander und der Austausch verkörpert, sondern auch eine kulturelle Verbindung zwischen Kunst und Sport hervorgehoben werden, hieß es. Denn das Vorhaben knüpft an ein weiteres Kulturhauptstadtprojekt an: dem "Purple Path", einem Kulturpfad durch zahlreiche Orte in der Region um Chemnitz. So werden die Radfahrer 15 dieser Städte und Gemeinden passieren, wie Mitinitiator Kai Winkler sagte.

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Auf dem Weg ins Kulturhauptstadtjahr 2025 wollen 78 ambitionierte Freizeitradfahrer in zwei Etappen von Chemnitz nach Prag und wieder zurück fahren.
Auf dem Weg ins Kulturhauptstadtjahr 2025 wollen 78 ambitionierte Freizeitradfahrer in zwei Etappen von Chemnitz nach Prag und wieder zurück fahren. © Jan Woitas/dpa

Mit der Kulturhauptstadt 2025 in Chemnitz sollen die Beziehungen besonders zu den östlichen Nachbarn vertieft werden. Dazu nehmen die Programmmacher die Idee der Friedensfahrt auf. Das Radrennen war 1948 ins Leben gerufen worden, um in Zeiten des Kalten Krieges zur europäischen Verständigung beizutragen; 2006 wurde es letztmalig ausgetragen. Mit der "Tour de France des Ostens" sind Namen verknüpft wie Täve Schur, der 1955 als erster DDR-Fahrer das Rennen gewann, Steffen Wesemann, dem mit fünf Gesamtsiegen erfolgreichsten Teilnehmer, aber auch Uwe Ampler, Olaf Ludwig und Ryszard Szurkowski.

Interessierte können sich melden

Die Friedensfahrt (European Peace Ride) 2025 ist "auch eine Feier der Fahrradkultur, die in der Region Chemnitz tief verwurzelt ist, aber genauso auch die Mobilität der Zukunft berührt", wird das Projekt im Bewerbungsbuch beschrieben. Die Fahrt soll dann im tschechischen Pilsen starten.

Chemnitz hatte schon im Zuge der Bewerbung als Europäische Kulturhauptstadt auf ungewöhnliche Weise die Verbindung zwischen Kultur und Radsport hervorgehoben. Die Stadt hatte ihr sogenanntes Bid Book voriges Jahr per Fahrrad bei der Kulturstiftung der Länder eingereicht. Damals waren 39 Freizeitradsportler mit dem Buch im Rucksack in Etappen rund 1.200 Kilometer durch mehrere Bundesländer nach Berlin gefahren.

Die damaligen Teilnehmer werden nun auch bei der Tour Chemnitz-Prag-Chemnitz am 11. und 12. September dabei sein, weitere Interessierte können sich melden. "Es ist zwar ein Jedermann-Rennen, aber man sollte sich die beiden Etappen schon zutrauen", betonte Winkler. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liege bei 26 bis 30 Kilometern pro Stunde. (dpa)

Interessierte Radsportler können sich unter [email protected] anmelden.

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