merken

Sport

Chemnitzer FC: "Der Ruf ist ruiniert"

Der Fanbeauftragte des sächsischen Fußball-Drittligisten ist angesichts der Außendarstellung des Vereins besorgt.

© dpa

Chemnitz. Der neue Fanbeauftragte des Chemnitzer FC, Ralf Bernsdorf, ist angesichts der Außendarstellung des Fußball-Drittligisten besorgt. "Im September war ich bei einer DFB-Fanbeauftragten-Tagung in Bremen. Als ich dort gesagt habe, wo ich herkomme, haben die Kollegen sofort die Ereignisse am 9. März angeführt und gefragt, ob da alles Nazis im Stadion stehen. Der Ruf ist ruiniert", sagte Bernsdorf in einem Interview der "Freien Presse" (Donnerstag). Damals hatten Anhänger und Verein mit einer Beileidsbekundung für einen verstorbenen rechtsextremen Fan für einen Skandal gesorgt und der damalige CFC-Kapitän Daniel Frahn ein T-Shirt mit einem Hooligan-Logo hochgehalten.

Anzeige
Zeit, dem Weihnachtsstress zu entfliehen!   

Über Thüringen liegt der Adventszauber und lädt ein, die Vorweihnachtszeit ohne Hektik im Herzen Deutschlands zu genießen.

Nun habe Bernsdorf seit seinem Amtsantritt im Juni selbst bei vier Heimspielen auf der Südtribüne gestanden und Erfahrungen gesammelt. "Da gab es niemanden, der seine Gesinnung öffentlich zur Schau getragen hat", sagte der Fanbeauftragte, der im gleichen Atemzug zugibt: "Sicherlich gibt es auf der Südtribüne den einen oder anderen, der eine bestimmte Gesinnung hat. Wir haben dort den Querschnitt der Gesellschaft auf engstem Raum vertreten."

Weiterführende Artikel

Symbolbild verwandter Artikel

Chemnitzer FC kommt nicht zur Ruhe

Der CFC-Geschäftsführer hat die Rückkehr des alten Stadionsprechers verkündet. Sofort meldet sich der Insolvenzverwalter und spart nicht mit Kritik.

Symbolbild verwandter Artikel

Neonazis terrorisieren Chemnitzer FC

Die rechte Szene gibt den Ton an und der Fußball-Drittligist ein immer verheerenderes Bild ab. Der Traditionsklub steht zunehmend isoliert da.

Symbolbild verwandter Artikel

Chemnitzer FC versinkt im absoluten Chaos

Auf der turbulenten Mitgliederversammlung scheitert die Aufsichtsratswahl. Der Fußball-Drittligist steht jetzt führungslos da.

Bei antisemitischen und rassistischen Ausfällen seiner CFC-Anhänger wolle er prompt reagieren. "So etwas lehnen wir strikt ab und versuchen, die Täter zu identifizieren, um sie mit Hausverboten belegen zu können." Um dies künftig zu vermeiden, setzt er auf Präventivmaßnahmen: "Ich spreche mit Schulen oder Fanclubs, gehe ebenso in die Kneipe am Stadion. Da gibt es den einen oder anderen, bei dessen Gesinnung man geteilter Meinung sein kann. Aber es geht in meinem Job auch darum, mit allen im Gespräch zu sein." (dpa)