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Sport

Chemnitzer FC versinkt im absoluten Chaos

Auf der turbulenten Mitgliederversammlung scheitert die Aufsichtsratswahl. Der Fußball-Drittligist steht jetzt führungslos da.

Sören Reddemann vom Chemnitzer FC mag sich nicht mehr mit ansehen, was beim CFC vor sich geht.
Sören Reddemann vom Chemnitzer FC mag sich nicht mehr mit ansehen, was beim CFC vor sich geht. © dpa/Robert Michael

Chemnitz. Dem Fußball-Drittligisten Chemnitzer FC droht nach einer turbulenten Mitgliederversammlung das komplette Durcheinander. In Abwesenheit des Insolvenzverwalters Klaus Siemon scheiterte am Montagabend auf der Messe die Wahl eines neuen Aufsichtsrates. Nachdem die 674 Mitglieder gegen die sieben Kandidaten umfassende Liste gestimmt hatten, wurden in der Einzelwahl nur vier Personen in das Gremium berufen. Laut Satzung muss es aus fünf Mitgliedern bestehen.

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Siemon hatte gefordert, dass die von ihm unterstützte Liste gewählt wird. Andernfalls hatte er im Vorfeld mit der Einstellung des Insolvenzverfahrens und der Liquidierung des Klubs gedroht. Jetzt ist absolut offen, wie es mit dem Verein und der unter dem Dach der CFC-Fußball-GmbH angesiedelten Profi-Mannschaft weitergeht.

Der Klub steht nun führungslos da, weil auch der Not-Vorstand nicht mehr existiert. Im Mai war dieser durch das Amtsgericht Chemnitz eingesetzt worden. Ihm gehörten die Juristen Anette Neuerburg und Andreas Georgi sowie der ehemalige Spieler Frank Sorge an. Neuerburg wollte sich in den neuen Aufsichtsrat wählen lassen, Sorge in den Ehrenrat. Georgi hatte zuvor seinen Rücktritt als Vorstand erklärt.

Deutliche Mehrheit stimmt für eine Satzungsänderung

Bei der Aufsichtsratswahl hatten die Mitglieder zwei Bewerber durchfallen lassen und Neuerburg, Norman Löster, Timo Kermer sowie Knut Müller gewählt. Als Letzter sollte sich der Unternehmer Olaf Pönisch, wie Müller Gesellschafter der GmbH, zur Einzelwahl stellen, zog jedoch seine Kandidatur überraschend zurück. "Ich habe gesagt, ich stehe nur für die Listenwahl zur Verfügung", betonte er.

Danach wurde die Stimmung immer gereizter. Es kam zu Wortgefechten. Der Versammlungsleiter musste wiederholt zur Ordnung aufrufen. Viele Mitglieder verließen noch vor dem Ende erbost die Versammlung.

Einig waren sich die CFC-Mitglieder bei einer Satzungsänderung. Eine klare Mehrheit beschloss, ihre Beiträge dem Verein trotz des laufenden Insolvenzverfahrens zu überweisen. Allerdings sind die Zahlungen zweckgebunden. Sie müssen dem Nachwuchsleistungszentrum zukommen, das von Siemon freigegeben worden war. Laut Georgi verhindere Siemon jedoch noch die Freigabe dieses Kontos. (dpa)