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Weltmeister betreut die Konkurrenz

Ex-Paarläufer Robin Szolkowy gibt bei der Eiskunstlauf-WM sein Debüt an der Bande.

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© dpa

Von Andreas Frank

Gleicher Wettbewerb, neue Vorzeichen: Erstmals seit neun Jahren werden die deutschen Eiskunstläufer bei den heute beginnenden Weltmeisterschaften ohne Medaillen bleiben. Paarlauf-Titelverteidiger Robin Szolkowy ist zwar nach Shanghai gekommen, gibt aber in der chinesischen Metropole sein WM-Debüt als Trainer: Der zweimalige Olympiadritte betreut die russischen EM-Dritten Jewgenija Tarasowa und Wladimir Morosow. Das ist praktisch die einstige Konkurrenz der Deutschen.

Fünfmal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze – fast ein Jahrzehnt lang überstrahlten die Erfolge des Chemnitzers an der Seite von Aljona Savchenko die Defizite der deutschen Läufer in den übrigen Disziplinen. Im Oriental Sports Center stehen sie nun praktisch nackig da, ohne die einstigen paarlaufenden Medaillengaranten aus Sachsen.

„Jede Top-Ten-Platzierung ist für uns diesmal schon ein Erfolg“, sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU). Umso stolzer ist der Verbandsfunktionär, dass Szolkowy freiberuflich zunächst bis 2018 an der Zusammensetzung und Entwicklung neuer deutscher Paare arbeitet. „Ich will etwas Gutes für Deutschland hinbekommen“, verspricht Szolkowy, dessen Ex-Partnerin ihre Karriere mit dem Franzosen Bruno Massot fortsetzen will. Das neue Duo ist derzeit noch gesperrt, über die Freigabe Massots für die DEU will Dönsdorf am Rande der Welttitelkämpfe mit dem französischen Verbandspräsidenten Didier Gailhaguet verhandeln.

Wenig zu besprechen haben dürften Szolkowy und sein Ex-Coach Ingo Steuer. Der Chemnitzer arbeitet seit mehr als einem halben Jahr als Trainer in Florida und betreut bei der WM das US-Paar Haven Denney und Brandon Frazier. Szolkowy zum unvermeidlichen Wiedersehen: „Ich bin da emotionslos – wie meistens.“ Das Verhältnis des einstigen Erfolgstrios wirkte nach den Olympischen Spielen von Sotschi und seinem finalen WM-Auftritt im Vorjahr sehr zerrüttet. Die sich lange angedeutete Trennung setzte offenbar Emotionen frei, die sich zuvor unter dem Mantel der erhofften Erfolge verborgen hatten.

In ganz anderer Stimmungslage steckt das deutsche Team in Shanghai. Noch das beste WM-Resultat verspricht sich die DEU von Peter Liebers. Der Olympiaachte aus Berlin überzeugte schon bei der EM im Januar in Stockholm als Sechster, obwohl er von einer langen Trainingspause gehandicapt war. „Wie immer ist der vierfache Toe-loop der Knackpunkt. Aber ich bin zuversichtlich, denn Peter hat in Kanada mit hochwertigen Leuten trainiert“, erklärte seine Trainerin Viola Striegler. Aber Liebers kann seine Sportart natürlich nicht so ins Rampenlicht fahren, wie es das schillernde Chemnitzer Paar Savchenko/Szolkowy einst vermochte. (sid mit SZ)

TV-Tipp: Eurosport, Mittwoch 12.30 - 15 Uhr live: Paarlauf Kurzprogramm (Wiederholung: 17.15, 23.15 Uhr).