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China ist nicht mehr so streng beim Geld

Private Banken und etwas beweglichere Wechselkurse – die Partei in Peking will mehr Markt.

Peking. China treibt Finanzreformen voran und lockert den starren Wechselkurs seiner Währung. Von heute an darf der Yuan im Handel mit dem US-Dollar doppelt so stark wie zuvor schwanken: um zwei Prozent, wie die Notenbank am Sonnabend in Peking ankündigte.

Die Notenbank legt täglich einen Wechselkurs des Yuan zum US-Dollar fest. Um diesen Wert darf der Kurs künftig um zwei Prozent steigen oder fallen. Chinas Währung hat den amtlichen Namen Renminbi, aber für Preisangaben mit Zahlen ist das Wort Yuan üblich. Für einen US-Dollar gibt es derzeit 6,14361 Yuan.

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Der Finanzexperte Yi Xianrong von der Akademie der Sozialwissenschaften sagte, die Ausweitung sei in einem vernünftigen Rahmen und „ein versuchsweiser Schritt in Richtung Liberalisierung des Wechselkurses“. Die Zentralbank werde auch künftig die Flexibilität der Wechselkurse vorantreiben, kündigte die Zentralbank an. Der größere Spielraum für den Yuan könne dazu beitragen, verstärkt die Marktkräfte die Ressourcen verteilen zu lassen.

Die Lockerung erfolgt vor dem Hintergrund der jüngsten Yuan-Schwäche gegenüber dem US-Dollar, die den Markt überrascht und Sorgen über die Auswirkungen auf den Handel und Finanzsektor ausgelöst hat. Die Notenbank zeigte sich aber unter Hinweis auf die Zahlungsbilanz und die hohen Devisenreserven überzeugt, dass die größere Handelspanne „nicht zu einem tiefen Fall des Yuan“ führen wird, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Experten wiesen aber darauf hin, dass Unternehmen sich auf größere Schwankungen einstellen müssten, wenn der Wechselkurs künftig stärker vom Markt gesteuert werde. Der erweiterte Spielraum für den Wechselkurs war von Branchenkennern seit Längerem erwartet worden. Vor wenigen Tagen hatte die Zentralbank auch eine Freigabe der Zinsen für Spareinlagen in Aussicht gestellt. Zentralbankchef Zhou Xiaochuan hatte am Dienstag weitreichende Finanzreformen angekündigt, in denen die Marktkräfte nach dem Willen der Partei eine „entscheidende Rolle“ spielen werden. Bislang werden die Zinsen in einem engen Rahmen sehr niedrig gehalten. Zudem sollen in einem Pilotprogramm fünf private Banken zugelassen werden.

Chinas Finanzsystem ist sehr strengen Kontrollen unterworfen. Der Yuan ist zwar im Warenverkehr umtauschbar, aber bisher nicht in Kapitaltransaktionen. Im Jahr 1994 hatte die Zentralbank erstmals eine Schwankung von 0,3 Prozent für den Yuan eingeführt. (dpa/SZ)