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China legt beim Militär gewaltig zu

Jedes Jahr legt das renommierte IISS-Institut einen dicken und vielbeachteten Bericht über das militärische Gleichgewicht in der Welt vor. Dieses Mal im Fokus: das Aufrüsten Chinas.

© Xinhua/dpa

London/Peking. China und Russland fordern einer Studie zufolge zunehmend die militärische Vormachtstellung der USA und ihrer Verbündeten heraus.

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Insbesondere Peking verfolge sehr ehrgeizige Ziele, wie aus dem am Mittwoch in London vorgestellten Bericht des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) zum militärischen Gleichgewicht in der Welt hervorgeht. Vor dem Hintergrund der Streitigkeiten im Ost- und Südchinesischen Meer rüstet China sein Militär seit Jahren kräftig auf. Gleichzeitig will Peking auch seinen Anspruch als aufsteigende Großmacht unterstreichen. Unter Präsident Xi Jinping verfolgt das Land eine rasche Modernisierung der Streitkräfte.

So entwickelte China das Kampfflugzeug Chengdu J-20, eine Maschine mit Tarnkappeneigenschaften. Damit falle die Monopolstellung der USA in diesem Bereich, heißt es in dem Report. Bislang haben nur die Vereinigten Staaten solche sogenannten Stealth-Flugzeuge selbst gebaut und im Einsatz; sie können mit normalem Radar nicht aufgespürt werden. Zudem verfüge China über eine neue Luft-Luft-Rakete (PL-15), berichtete IISS-Generaldirektor John Chipman weiter.

Auch im Marine-Bereich verfolge Peking ehrgeizige Ziele. Das Land habe seit dem Jahr 2 000 mehr Korvetten, Zerstörer, Fregatten und U-Boote gebaut als Japan, Südkorea und Indien zusammen. Chinas erste Militärbasis im Ausland wird im ostafrikanischen Dschibuti aufgebaut.

Die mehrere hundert Seiten umfassende Studie analysiert die militärische Stärke und Rüstungsindustrie von 171 Ländern. Der Report erscheint jedes Jahr. IISS ist neben dem Stockholmer SIPRI-Institut die weltweit führende Einrichtung bei der Beurteilung internationaler Konflikte. Das Institut wurde 1958 in London gegründet und hat inzwischen auch Büros in Washington, Singapur und Bahrain.

Seit Mittwoch tagen die Verteidigungsminister der Nato-Staaten in Brüssel. Auf dem zweitägigen Treffen geht es um die Stärkung der Kommando- und Streitkräftestruktur - damit reagiert die Nato auf die als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands. Im Zuge der Entspannungspolitik waren die Strukturen in den vergangenen Jahrzehnten stark reduziert worden. Von den zeitweise mehreren Dutzend Hauptquartieren sind laut Nato heute nur noch sieben übrig. (dpa)