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Chinesen dürfen Sachsen gerne testen

Kamenz erwartet die ersten 30 Chinesen, die in ihrer Heimat zum Arbeiten in Deutschland ausgebildet werden. Ein Kommentar von SZ-Redakteur Georg Moeritz.

© SZ/Bonss

Können Sie sich noch erinnern? Vor gut zehn Jahren waren in Sachsen so viele Jugendliche arbeitslos, dass der Staat sogar Zuschüsse zur Kellner-Ausbildung in privaten Schulen bezahlte. Die subventionierten Restaurantfachleute fanden nach der Lehre allerdings häufig nur weit entfernte Arbeitsplätze. Sachsen bildete Tausende Fachkräfte für Süddeutschland und Österreich aus.

Damals hieß es, nach einiger Zeit der Wanderschaft würden viele Sachsen bestimmt zurückkehren – wenn sich das Arbeitsangebot und die Löhne in den neuen Ländern gebessert hätten. Inzwischen suchen viele Gaststätten Personal und zahlen schon wegen des Mindestlohns erheblich besser als vor zehn Jahren. Doch das genügt offensichtlich nicht. Sächsische Bewerber sind wählerischer geworden, seit es mehr freie Stellen gibt.

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Nun erwartet Kamenz die ersten 30 Chinesen, die in ihrer Heimat zum Arbeiten in Deutschland ausgebildet werden. Sie lernen an einer chinesischen Berufsschule nach Vorgaben deutscher Industrie- und Handelskammern, sodass ihr Abschluss sofort in Sachsen anerkannt werden soll. Zugleich lernen mexikanische Pflegekräfte in Riesa Deutsch, um in hiesigen Altenheimen arbeiten zu dürfen.

Die Daimler-Batteriefabrik Deutsche Accumotive im Kamenz schreibt im Online-Stellenangebot: „Gerne auch polnische Sprachkenntnisse“. Das ist ein klares Signal, dass Mitarbeiter aus dem Ausland gebraucht werden. Sachsens Arbeitsagenturen kennen 36.000 freie Stellen. Aber zugleich sind 222.000 Sachsen arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet. Freilich haben sie nicht sofort die passenden Kenntnisse für die freien Stellen und müssen Weiterbildungen bekommen. Auch die Verkehrsverbindungen zur Arbeitsstelle müssen passen – aber ein Werksbusbetrieb sollte sich ebenso gut organisieren lassen wie Umsiedlungen aus China.

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Künftig werden außer Polen und Tschechen auch Chinesen und Mexikaner in Sachsen arbeiten. In manchen Berufen werden sie dringend gebraucht, in anderen herrscht noch kein Mangel. Die Erfahrungen mit den Chinesen werden helfen, Regeln für die künftige Zuwanderung von Fachkräften zu vereinbaren.

E-Mail an Georg Moeritz

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