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Chinesen versprechen 1 000 neue Jobs in Sachsen

Ein Automobil-Zulieferer plant eine Milliarden-Investition in der Lausitz, um dort Premium-Elektroautos zu bauen.

Katja Schlenker und Tilo Berger

Rothenburg/Landkreis Görlitz. Über eine Milliarde Euro will der chinesische Automobilzulieferer Beijing WKW Automotive in Rothenburg investieren. Dies hat Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) am Mittwoch bei der Lausitzkonferenz in Hoyerswerda verkündet. „Die Chinesen haben eine klare Ansage gemacht“, erklärt er. „Und der Freistaat Sachsen wird bei der Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen das Seine tun.“

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Geplant ist, in der Kleinstadt ein Fahrzeugwerk für Premium-Elektroautos zu errichten. Diese sollen für den europäischen Markt hergestellt werden. Von rund 1 000 neuen Arbeitsplätzen ist die Rede. Der Investor ist ein börsennotiertes Unternehmen und hat seine Investitionsabsicht nach dem Börsenschluss in Shanghai veröffentlicht.

Mehrere Standorte hätten die chinesischen Investoren geprüft, unter anderem auch im Süden Deutschlands, in Thüringen und Sachsen-Anhalt. Am Ende ist das Gewerbegebiet am Flugplatz in Rothenburg als geeigneter Standort gewählt worden. „Über die Entscheidung von Beijing WKW Automotive, diese Investition im Landkreis Görlitz durchzuführen, freue ich mich sehr“, sagt der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU). „Sie ist ein zukunftsweisendes Zeichen, die Strukturentwicklung in der Lausitz voranzubringen und mit neuen Wertschöpfungsketten sowie Produkten unsere Region zu stärken.“

Die Investoren seien bereits vor Ort gewesen, erklärt Rothenburgs Bürgermeisterin Heike Böhm (SPD). Interessant sei der Flugplatz nördlich der Stadt für die geplante Investition vor allem wegen der großen Fläche, die dort zur Verfügung stehe. Jedoch ist die Anbindung an die Autobahn 4 nicht optimal. Sowohl die Staatsstraße 127 südlich der Stadt als auch die Staatsstraße 121 in Richtung Westen sind stellenweise sehr eng für Transportverkehr mit Lkw. Bisher hat eher das Gewerbegebiet an der Autobahn 4 in Kodersdorf im Fokus gestanden. Dort haben sich in den vergangenen Jahren namhafte Unternehmen angesiedelt, wie die Elbe Flugzeugwerke und Borbet, wo jährlich bis zu zwei Millionen Leichtmetallräder hergestellt werden.

Als „großes Hoffnungszeichen für die Region, die sich im Umbruch befindet“, bezeichnet Staatsminister Martin Dulig die Investitionspläne. Er zeigt sich optimistisch. Sachsen arbeite bereits seit Anfang der 1990er-Jahre erfolgreich und vertrauensvoll mit chinesischen Partnern zusammen. Derzeit gibt es in Sachsen 15 chinesische Investoren. Für Beijing WKW Automotive seien die Voraussetzungen gut. Mit rund 750 Unternehmen habe der Freistaat ein dichtes und verlässliches Zulieferernetzwerk. (mit SZ/sg)