Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Merken

Christbaum frisch von der Plantage

Die Klassiker sind Blaufichten und Nordmanntannen. Mancher wählt aber auch ein anderes Bäumchen aus.

Teilen
Folgen
NEU!

Von Maik Brückner

Henri Thorn ist zufrieden. „Wir haben nur eine halbe Stunde gebraucht, um den passenden Christbaum zu finden“, sagt er. Es ist eine 1,50 Meter hohe Blaufichte, die im Wohnzimmer der Dippser Familie aufgestellt wird. Gefunden hat sie Tochter Mariella. „Er hat mir gleich gefallen“, sagt die Achtjährige mit einem Lächeln und Papa nickt zufrieden. Nun hoffen beide, dass der Baum auch der Mama gefällt. Sie wäre gern mitgekommen. „Denn das gemeinsame Weihnachtsbaumschlagen hat bei uns in der Familie Tradition“, sagt Henri Thorn. Doch diesmal konnte seine Frau nicht mit, weil sie sich um den jüngsten Familienspross, ein vier Wochen altes Töchterchen, kümmern muss.

Deshalb hat sich Henri Thorn gemeinsam mit seinen beiden größeren Töchtern auf den Weg nach Pretzschendorf gemacht. Hierher hatte die Sächsische Zeitung Geschäftskunden und Partner zum Christbaumschlagen eingeladen. „Diese Veranstaltung jährt sich in diesem Jahr zum 15. Mal“, sagt Jörg Seidel, Geschäftsführer der Redaktions- und Verlagsgesellschaft Freital-Pirna, die auch die Lokalausgaben Dipps und Freital herausgibt. „Wir laden unsere Partner ein, damit sie das Osterzgebirge von einer anderen Seite kennenlernen können“, sagt Jörg Seidel.

Dieser Einladung ist in diesem Jahr nicht nur Henri Thorn gefolgt, der Uhren- und Schmuckgeschäfte in Dipps, Freital und Dresden führt. Auch Uwe Rumberg, Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft Freital, kam mit Frau Heike und brauchte nur eine Viertelstunde, um sich auf der Plantage für eine der Coloradotannen zu entscheiden. „Bisher hatten wir meistens Blaufichten“, sagt Heike Rumberg. Dass sie sich diesmal eine Colorado-Tanne ins Wohnzimmer stellen werden, liegt am Bäumchen selbst. Es hat ihr gleich gefallen. „Es ist 1,50 Meter groß und so gewachsen, dass man es an die Wand stellen kann“, sagt die Freitalerin.

Mit ihrer Wahl gehören die Rumbergs eher zu einer Minderheit. Die meisten entscheiden sich wie die Thorns für eine Blaufichte oder eine Nordmanntanne. Beide Arten stehen seit Jahren hoch im Kurs, sagt Bernd Hänel. Dem Pretzschendorfer gehört die Plantage. Seit über 20 Jahren baut er auf einer gut drei Hektar großen Fläche Weihnachtsbäume an. „6 000 Bäumchen stehen auf einem Hektar“, sagt er. Eigentlich müsste jeder etwas finden. Denn Hänel hat nicht nur Blaufichten, Nordmanntannen und Coloradotannen im Angebot, sondern auch Serbische Fichten, Schwarzkiefern und Koreatannen. Wird man hier nicht fündig, kann man bei Hänels Nachbarn vorbeischauen. Unweit von seiner Plantage gibt es noch zwei andere Anbieter für Weihnachtsbäume zum Selbstsägen.

Über die vergangenen Jahre konnte Hänel einen Trend verfolgen. Die Nordmanntanne wurde zunehmend beliebter. „Sie stachelt nicht so“, sagt er. Allerdings hat diese Baumart auch einen Nachteil. Sie muss eingezäunt werden, weil Rehe an ihnen gern knabbern. Doch weil sie so beliebt sind, lohnt sich der Anbau.

Insgesamt gebe es einen Trend zum Selbersägen, sagt Hänel. Zudem wird das Weihnachtsbaumschlagen immer mehr zu einem Event. Neben der Sächsische Zeitung hat Hänel auch schon Autohäuser, Bankfilialen und Baumärkte zu Gast gehabt, die ihren Kunden und Mitarbeitern das Christbaumsägen in freier Natur ermöglicht haben. Manch einer nimmt dafür auch eine längere Anfahrt in Kauf, so wie Dresdens Karstadtchef Klaus Lipka und Möbelhausinhaber Andreas Graf aus Pirna.