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Bautzen

Zejler-Preis für sorbische Autorin

Christina Meschgang engagiert sich ihr Leben lang für die sorbische Sprache. Das wird jetzt vom Freistaat gewürdigt.

Wimpel in den Nationalfarben der Sorben (l) und von Deutschland liegen nebeneinander. Für ihr Engagement für die sorbische Sprache wird jetzt eine Bautzenerin gewürdigt.
Wimpel in den Nationalfarben der Sorben (l) und von Deutschland liegen nebeneinander. Für ihr Engagement für die sorbische Sprache wird jetzt eine Bautzenerin gewürdigt. © Symbolfoto: dpa

Bautzen. Der Preis für sorbische Sprache Zejler-Preis wird in diesem Jahr an die sorbische Bibliothekarin und Autorin Christina Meschgang verliehen, informiert das sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus. Damit wird ihr  "beständiges und beispielhaftes Wirken" für die Anwendung und Weiterentwicklung der sorbischen Sprache und Musik gewürdigt.

Der mit 5.000 Euro dotierte Zejler-Preis der Sächsischen Staatsministerin für Kultur und Tourismus Barbara Klepsch (CDU) prämiert herausragende oder beispielhafte Leistungen auf dem Gebiet des Erwerbs, des Gebrauchs sowie der Vermittlung der sorbischen Sprache. „Ich gratuliere der Preisträgerin herzlich und freue mich, dass mit diesem Preis ihr lebenslanges Engagement offiziell gewürdigt wird", so die Ministerin. Christina Meschgangs Wirken zeige beispielhaft, wie die sorbische Sprache selbstverständlich in Kultur und Wissenschaft, im kirchlichen Leben und in der Familie gelebt werden kann.

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Christina Meschgang wurde 1938 in Rosenthal als zweites von vier Kindern des Lehrers Max Rötschke und seiner Frau Maria geboren. Zunächst studierte sie Katholische Theologie, um danach als Seelsorgehelferin in einer Pfarrgemeinde zu arbeiten. Nach ihrer Heirat 1960 absolvierte sie ein vierjähriges Fernstudium, das sie zur Diplomfachbibliothekarin ausbildete und arbeitete in der Leipziger Universitätsbibliothek. In der Freizeit widmete sie sich als Kirchenmusikerin sowie als Musikwissenschaftlerin der Musik.

Im Frühjahr 1989 zog Christina Meschgang nach Bautzen, wo sie zunächst in der Redaktion der sorbischen Zeitung Nowa Doba arbeitete. Nach der politischen Wende fand sie als Beauftragte für Gleichstellung und Angelegenheiten der Sorben eine neue Aufgabe im Landratsamt Bautzen. Neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit erteilte sie in der Pfarrgemeinde Crostwitz katholischen Religionsunterricht und wirkte maßgeblich in den 1970er-Jahren an der Überarbeitung des “wosadnik”, des sorbisch-katholisches Gebets- und Gesangsbuches, mit.

Für einige sorbische Kirchenlieder komponierte Christina Meschgang neue Melodien. Zum Oratorium Serbske jutry (Sorbische Ostern, Uraufführung 2013) von Jan Ziesch verfasste sie die Texte. In der sorbischen Zeitung Serbske Nowiny veröffentlicht sie regelmäßig Rezensionen als Konzertkritikerin. Zudem erarbeitete die jetzt Ausgezeichnete die erste sorbischsprachige Terminologie für das Fach Musik, die 1997 im Domowina-Verlag veröffentlicht wurde. Mit ihrem Mann Marko Meschgang hat Christina Meschgang drei Kinder.

Der Preis, der seit 2014 alle zwei Jahre verliehen wird, trägt den Namen des Dichters, Publizisten und Theologen Handrij Zejler (1804-1872), der als Begründer der modernen sorbischen Literatur gilt. Die Veranstaltung zur Preisverleihung soll im September in Kamenz stattfinden. (SZ)

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