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Deutschland & Welt

Chronologie des Halle-Anschlags

Im Oktober letzten Jahres erschütterte der Anschlag von Halle die Republik. Zum Prozessauftakt noch einmal die Chrologie der Ereignisse.

Die Tür der Synagoge im Hallenser Paulusviertel trägt immer noch die Spuren des versuchten Anschlages.
Die Tür der Synagoge im Hallenser Paulusviertel trägt immer noch die Spuren des versuchten Anschlages. © Jan Woitas/dpa

Halle. Es war einer der schlimmsten antisemitischen Anschläge der deutschen Nachkriegsgeschichte: Der rechtsterroristische Angriff von Halle machte weltweit Schlagzeilen. Am Dienstag beginnt der Prozess. Der Anschlag und die folgenden Tage im Überblick:

09. Oktober: Ein schwer bewaffneter Mann versucht ab 12.01 Uhr in Halle in die Synagoge einzudringen, während dort 50 Gläubige den höchsten jüdischen Feiertag begehen. Er schießt mehrfach auf die Tür, die zur Synagoge führt, versucht sich mit selbstgebastelten Sprengladungen Zugang zum Gelände zu verschaffen, scheitert und erschießt kurz darauf eine 40 Jahre alte Passantin und einen 20 Jahre alten Gast eines nahe gelegenen Dönerladens.

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12.15 Uhr: Die Besatzung eines Streifenwagens hat Blickkontakt mit dem Attentäter vor dem Dönerimbiss. Der Täter schießt auf die Beamten. Die Beamten schießen zurück, verletzen ihn am Hals. Dem Täter gelingt es anschließend, zu fliehen.

13.35 Uhr: Der Fluchtwagen des Täters kollidiert frontal mit einem Lastwagen. Der Fahrer versucht, zu Fuß zu flüchten und wird von den Revierpolizisten festgenommen. Zuvor hatte er auf seiner Flucht ein Ehepaar in Landsberg (Saalekreis) schwer verletzt. Noch am gleichen Tag übernimmt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen.

10. Oktober: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchen den Tatort und sprechen mit Gemeindevertretern. Steinmeier spricht von einem "Tag der Scham und der Schande". Seehofer kündigt einen besseren Schutz für jüdische Einrichtungen in ganz Deutschland an. Seehofer besucht zudem den betroffenen Dönerladen, ebenso wie Steinmeier.

11. Oktober: Der Todesschütze gesteht die Tat und bestätigt ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv. Bei einem mehrstündigen Termin beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs sagt er umfangreich aus.

13. Oktober: Tausende Menschen haben sich seit dem Anschlag deutschlandweit zu Solidaritätsaktionen versammelt. Eine der größten findet in Berlin statt. Die Polizei schätzt 8000 Teilnehmer, die Veranstalter doppelt so viele. Auch in Halle war es immer wieder zu Aktionen gekommen - unter anderem wurde für eine Sabbat-Feier eine Lichterkette als symbolischer Schutzschild gebildet.

17. Oktober: Die jüdischen Gemeinden aus Halle, Dessau und Magdeburg sollen gemeinsam mit der Landespolizei ein Konzept zum Schutz des jüdischen Lebens in Sachsen-Anhalt erstellen. Zudem wird angekündigt, dass ein aus dem Jahr 2006 stammender Staatsvertrag zwischen der Landesregierung und der Jüdischen Gemeinschaft ergänzt und eine Vereinbarung über Kosten für Schutzmaßnahmen abgeschlossen werden sollen.

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Acht Monate später verkündet die Staatskanzlei, dass eine Zusatzvereinbarung im Staatsvertrag beschlossen wurde, die jüdischen Gemeinden müssten noch zustimmen. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur vor wenigen Tagen sagt der Vorsitzende des Landesverbands Jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt, Max Privorozki, dass noch über die konkrete Umsetzung von besseren Sicherheitsmaßnahmen gesprochen werde.

19. Oktober: Mindestens 14 000 Menschen besuchen ein Konzert - unter anderem mit dem Sänger Mark Forster - gegen den Hass im Zentrum der Saalestadt. (dpa)

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