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Cocktailglas auf den Kopf

Ein Roßweiner soll einem Mann ein Cocktailglas an den Kopf geschlagen haben. Das Gericht verwarnt ihn.

Von Helene Krause

Glück hatte ein 22-Jährige, der nach Jugendrecht wegen schwerer Körperverletzung angeklagt war. Einen Moment der Unbeherrschtheit sanktioniert das Amtsgericht mit einer Verwarnung. Trotzdem wird es für ihn teuer. Er muss dem Geschädigten 2 500 Euro zahlen und sämtliche Kosten ersetzen, die von der Sozialversicherung nicht übernommen werden.

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Silvester 2013 gegen 2.45 Uhr soll der Angeklagte in der Diskothek „Kraftwerk Mitte“ in Dresden einem damals 19-Jährigen aus Bockendorf bei Hainichen ein Cocktailglas von hinten an den Kopf geschlagen haben. Der junge Mann erlitt eine Schnittverletzung hinter dem rechten Ohr, bei der Muskeln und eine Arterie durchtrennt wurden. Nur eine Notoperation rettete dem Mann das Leben. Vier Tage verbrachte er im Krankenhaus. Auch der Angeklagte wurde bei der Tat verletzt. Glasscherben zerschnitten ihm die Hand zwischen Daumen und Zeigefinger.

Zu dem Vorfall war es gekommen, weil in dem überfüllten Saal vor einem Podest Gerangel entstanden war. „Er stand auf einer Stufe auf dem Podest“, sagt der Beschuldigte in der Verhandlung. „Er wankte und fiel auf mich zu. Ich hatte ein Glas in der Hand. Wir gingen beide zu Boden.“ Absichtlich will er das Glas dem Geschädigten nicht an den Kopf geschlagen haben.

Doch das Opfer sieht den Vorfall anders. „Ich stand da. Plötzlich bekam ich von hinten einen Schlag. Ich war drei, vier Sekunden wie betäubt. Dann merkte ich, wie hinter meinem Ohr Blut lief.“ Weitere Zeugen haben den Tathergang gar nicht oder nur zum Teil gesehen. Einer will beobachtet haben, wie der Angeklagte mit dem Glas zuschlug.

Laut Gutachten des medizinischen Gutachters Professor Dr. Jan Dressler aus Leipzig muss der Beschuldigte mit dem Glas nach dem Opfer geschlagen haben. Nur so lassen sich die Verletzungen der beiden Männer erklären. Fest steht auch, dass der Geschädigte aufgrund der Verletzung hätte verbluten können.

Obwohl die Verteidigerin auf Freispruch plädiert und der Anwalt der Nebenklage eine Geldstrafe verhängt sehen will, verwarnt Richterin Christa Weik den Angeklagten für die Tat. „Es gab einen Schlag“, sagt Weik in der Urteilsbegründung. Anders lasse sich der Hergang nicht erklären. Wahrscheinlich schlug er zu, weil das Opfer auf ihn zugefallen kam. Für eine Tat aus Rache sieht sie kein Motiv. „Beide kannten sich vor der Tat nicht.“

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