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Bischofswerda

Bleibt die Commerzbank geschlossen?

Die Filiale am Bischofswerdaer Markt ist seit Mitte März zu. Begründung: Corona. Doch auch Monate später tut sich nichts.

In der Filiale der Commerzbank in Bischofswerda können Kunden seit Monaten nur den Selbstbedienungsbereich nutzen. Beratungen finden nur per Telefon und E-Mail statt.
In der Filiale der Commerzbank in Bischofswerda können Kunden seit Monaten nur den Selbstbedienungsbereich nutzen. Beratungen finden nur per Telefon und E-Mail statt. © Steffen Unger

Bischofswerda. Kunden der Commerzbank in Bischofswerda können seit Monaten nur den Selbstbedienungsbereich nutzen. Die Filiale selbst ist seit dem Corona-Lockdown Mitte März geschlossen. "Wie lange bleibt das noch so?", fragt eine Putzkauerin. Sie verweist auf die Bautzener Geschäftsstelle der Bank, in der Kunden auch persönlich beraten werden. "Warum geht das nicht auch in Bischofswerda?" 

"Filiale derzeit vorsorglich geschlossen", liest man auf der Internetseite der Bank nicht  nur bei Bischofswerda, sondern auch beim benachbarten Neustadt. Die Filialmitarbeiter standen und stehen den Kunden jedoch für Beratungen per Telefon und E-Mail zur Verfügung, sagt Heike Ziegenbalg, Pressesprecherin der Commerzbank für die Region Ost. "Dies geschieht zum Schutz der Kunden und unserer Mitarbeiter. Wir unternehmen bewusst vorsichtige Schritte in Richtung Normalität." 

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Schrittweise Filial-Öffnungen nach dem Lockdown

Nach dem Lockdown wegen der Corona-Pandemie fährt die Bank ihre Filialen schrittweise wieder hoch. Die größeren Standorte, wie zum Beispiel Bautzen und  Dresden, wurden von Anfang an unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen für den Kundenverkehr offen gehalten, erläutert Heike Ziegenbalg.

Seit Anfang Mai wurden nach und nach weitere 250 Filialen geöffnet, so dass jetzt deutschlandweit rund 450 Geschäftsstellen wieder normal für die Kunden erreichbar sind. Die Hygiene- und Abstandsregeln gelten dabei weiterhin. "Genauso wie die politischen Entscheidungsträger wollen wir jetzt Erfahrungen sammeln, wie das in der Praxis funktioniert", so die Sprecherin. 

Ab Mitte August soll über die Öffnung weiterer Filialen entschieden werden. Ob Bischofswerda und Neustadt dann mit dabei sind, bleibt abzuwarten. 

200 Standorte sollen gestrichen werden

Bundesweit unterhält die Commerzbank rund 1.000 Filialen. Das Management hatte  im Herbst 2019 den Abbau von 4.300 Stellen und die Schließung von 200 Filialen angekündigt. Inzwischen ist in der überregionalen Wirtschaftspresse davon die Rede, dass die Bank sogar 400 Standorte aufgeben könnte. Offiziell bestätigt ist diese Zahl bislang nicht.

Trotzdem stellt sich die Frage, was der angekündigte Sparkurs für die Zukunft kleiner Standorte wie Bischofswerda mit aktuell 3.200 Kunden oder Neustadt mit 3.900 Kunden bedeutet.  An beiden Standorten sind die Kundenzahlen rückläufig. Im Frühjahr 2019 wurden sie noch mit 3.470 für Bischofswerda und 4.170 für Neustadt angegeben. 

Geprüft und entschieden wird im Einzelfall. Heike Ziegenbalg: "Dazu schauen wir uns jeden Standort einzeln an und erstellen individuelle Umsetzungsplanungen. Die Filialzusammenlegungen sind ein kontinuierlicher Prozess, der bis Ende 2022 andauern wird." Zur Zukunft einzelner Standorte werde man sich erst äußern, wenn die Verhandlungen und die konkreten Planungen abgeschlossen sind.

Corona beschleunigt die Digitalisierung

Die Sprecherin begründet die Reduzierung von Filialen mit einer veränderten Kundennachfrage. Das zeige sich gerade auch in der aktuellen Situation. "Corona hat einen Digitalisierungsschub ausgelöst. Viele unserer Kunden führen ihre Bankgeschäfte jetzt von zu Hause aus und werden dies auch künftig verstärkt tun", sagt Heike Ziegenbalg. 

"Wir wissen natürlich auch, wie wichtig persönliche Kundenbeziehungen sind. Viele Unternehmen sind langjährige Kunden und suchen unsere Beratung."  Darauf  reagiere die Commerzbank konsequent  – mobil und persönlich. "Aktuell beschäftigen wir uns intensiv mit allen strategischen Themen und auch mit den Konsequenzen aus der Corona-Zeit. Entscheidungen dazu liegen noch nicht vor", so die Sprecherin. 

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