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Container sollen Müllproblem an der Elbe lösen

Die Grünen wollen das am Rosengarten testen. Die Stadtverwaltung ist von dem Vorschlag nicht begeistert.

© Christian Juppe

Von Sandro Rahrisch

Aufgefetzte Steak-Packungen mit verschmierter Marinade, verkohlte Einweggrills und leere Bierflaschen: Was die Mitarbeiter der Stadtreinigung auf den Elbwiesen finden, ist nicht gerade appetitlich. Alles nur Rücksichtslosigkeit und Faulheit? Wer am Elberadweg schon einmal einen Mülleimer gesucht hat, wird vielleicht wissen: Allzu viele gibt es dort gar nicht. Nun schlagen die Grünen vor, Container am Neustädter Ufer aufzustellen, um die Wiesen sauber zu bekommen.

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Wie viele Mülleimer gibt es überhaupt am Elberadweg?

Zwischen Marienbrücke und Diakonissenkrankenhaus befinden sich neben 25 normalen Papierkörben auch zwölf große, die einen unterirdischen Sammelbehälter haben und 800 Liter Abfall fassen. Allerdings sind die Einwürfe regelmäßig verstopft, beispielsweise mit Einweggrills. „Ein Problem sind offenbar die sehr kleinen Einwurfschlitze der Papierkörbe“, so Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne). Man wolle schauen, wie sich das lösen lässt.

Wie könnten Container helfen, das Müllproblem zu lösen?

Besonders wenige Mülleimer gibt es unterhalb des Rosengartens. Dort wäre ein Container sinnvoll, findet Grünen-Fraktionschef Thomas Löser. Dieser sei groß genug und habe keine Schlitze, die verstopfen könnten. „Freitags hinstellen und sonntags wieder abholen, einfach um zu vermeiden, dass der Müll breitgetragen wird“, so Löser. Der Container könnte auch so platziert werden, dass er kaum ins Auge fällt. Löser schlägt als Standplatz das Stier-Denkmal im Rosengarten vor, oberhalb des Grillplatzes. Ein kleiner Container würde reichen. Und man könne ihn hübsch bemalen.

Was hält die Stadtverwaltung von dem Container-Vorschlag?

„Die Vermüllung im Rosengarten haben wir bei der Grünflächenpflege ständig vor Augen“, so Jähnigen. Doch grundsätzlich gelte im Überflutungsgebiet der Elbe, dass die Zahl der Papierkörbe auf das notwendige Maß beschränkt bleiben müsse. Außerdem müssten diese hochwasserangepasst gebaut sein, also eine möglichst geringe Widerstandsfläche bieten, damit bei einem Hochwasser kein Schwemmgut daran hängen bleibt. „Das leuchtet mir nur bedingt ein“, sagt Löser. Ein Elbe-Hochwasser überrasche die Stadt nicht über Nacht. Es wäre genug Zeit da, um die Container abzubauen. „Ich bitte die Verwaltung, zu überdenken, wie sinnvoll ein Container an dieser Stelle sein kann.“

Gibt es anderswo Erfahrungen mit Müllcontainern?

Am Beispiel des Alaunplatzes rechnet das Rathaus vor, dass Container allein nicht den gewünschten Erfolg gebracht hätten. Zwar sei die Menge des Abfall, der von der Wiese gelesen werden musste, zurückgegangen, aber nur leicht. Rund 366 Kubikmeter Müll waren es 2013, letztes Jahr sammelten die Mitarbeiter 332 Kubikmeter auf. Hinzu kämen die Kosten für die Stadt, so Jähnigen. Für den Alaunplatz würden 21 000 Euro ausgegeben. Das Programm schließt auch regelmäßige Kontrollen und eine Imagekampagne ein, die zur Einhaltung von Ordnung und Sauberkeit ermuntern soll. Solche Kampagnen seien auch für die Elbwiesen vorstellbar, wenn es dafür Geld gebe, so die Umweltbürgermeisterin.

Welche anderen Möglichkeiten gibt es, die Wiesen sauberer zu bekommen?

Neben Containern wären auch stärkere Kontrollen durch das Ordnungsamt denkbar. Schon jetzt würden die Mitarbeiter auf ihren Streifen darauf hinweisen, dass der Müll ordnungsgemäß entsorgt werden muss, so Jähnigen. Wer mitten auf der Wiese und nicht auf ausgewiesenen Plätzen grillt, muss außerdem mit einem Bußgeld rechnen. „Aber natürlich kann keine Bewachung einzelner Personen rund um die Uhr stattfinden.“

Plant Dresden eine Kampagne gegen Einweggrills?

Dresden hat bereits eine Kampagne gegen Coffee-to-go-Einwegbecher auf den Weg gebracht und wirbt für Mehrwegbecher – um Rohstoffe zu sparen und Müll zu vermeiden. Für Einweggrills sei so etwas derzeit nicht geplant, so das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Auch mit Händlern sei man bislang nicht ins Gespräch gekommen. „Der Verkauf und der Einsatz von Einweggrills macht nicht an Stadtgrenzen halt.“ Außerdem würden die Grills auch zu Hause genutzt.