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Sachsen

Corona-Abstandsregel auch in Asylheimen

Auf die Beschwerde eines Flüchtlings über kleine Zimmer und Gemeinschaftsduschen reagierte niemand. Das stößt auf Kritik des Verwaltungsgerichts.

© Boris Roessler/dpa (Symbolbild)

Die in der Corona-Verordnung festgelegte Abstandsregel für alle Bürger in Sachsen gilt auch in Asylunterkünften. Das hat das Verwaltungsgericht Leipzig in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss bekräftigt. Ein Asylbewerber in der Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig hatte sich beschwert, dass er den Mindestabstand von anderthalb Metern in einem zwei mal zwei Meter großen Zimmer mit seinem Mitbewohner nicht einhalten könne. Außerdem würden die sanitären Anlagen von insgesamt 50 Menschen benutzt. 

Das Verwaltungsgericht gab dem Eilantrag statt. Zur Begründung verwies es darauf,  dass gerade auch in Asylbewerberunterkünften die Verhinderung der Ausbreitung der Krankheit Corvid-19 zwingend notwendig sei. Daher müsse für die Bewohner die Möglichkeit bestehen, den Mindestabstand der sächsischen Corona-Verordnung einzuhalten. Der Antragsteller gehöre zu einer Altersgruppe, in der eine Erkrankung an Covid‐19 eine Lungenentzündung sowohl mit Krankenhausaufenthalt und auch kritischem Verlauf nach sich ziehen könne. Ob der Betreiber der Erstaufnahmeeinrichtung zwischenzeitlich notwendige Schutzmaßnahmen und Anordnungen zur Einhaltung der Mindestabstände  getroffen habe, sei mangels Stellungnahme des Antragsgegners nicht feststellbar.

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