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Sachsen

Corona: Bestatter werden systemrelevant

Die Branche braucht in Sachsen dringend Schutzmaterial und Notbetreuung für die Kinder ihrer Mitarbeiter.

Auch Bestatter Mike Graichen aus Hartha im Altkreis Döbeln darf hoffen, ab Ostern zu den systemrelevanten Berufsgruppen in Sachsen zu zählen.
Auch Bestatter Mike Graichen aus Hartha im Altkreis Döbeln darf hoffen, ab Ostern zu den systemrelevanten Berufsgruppen in Sachsen zu zählen. © Dietmar Thomas

Dresden. Das Bestattungswesen in Sachsen wird wahrscheinlich bis Ostern zur kritischen Infrastruktur zählen. Die Firmenchefs der rund 120 Landesinnungsbetriebe sowie ihre Mitarbeiter hätten dann ebenfalls Anspruch auf Notbetreuung sowie eine bevorzugte Zuteilung von Schutzkleidung und Desinfektionsmitteln. Bislang gilt das etwa nur für Apotheken, Arztpraxen, Labore, Krankenhäuser und Pflegedienste.

Das zuständige sächsische Sozialministerium teilte am Sonnabendmorgen auf Anfrage von Sächsische.de mit, es seien „zwischenzeitlich einige bedenkenswerte Vorschläge eingegangen, so dass es wahrscheinlich eine Änderung der Regelungen geben wird“. Diese umfassten auch das Bestattungswesen. Voraussichtlich bis Ende der nächsten Woche werde die entsprechende Anlage in der Allgemeinverfügung zum Vollzug des Infektionsschutzgesetzes aktualisiert.

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Noch vor rund zwei Wochen hatte der Obermeister der Landesinnung der sächsischen Bestatter, Tobias Wenzel aus Marienberg, die Landesregierung kritisiert. „Wir leben nur noch von den Reserven, was Desinfektionsmittel angeht“, sagte er. Auch Schutzanzüge bekämen die Innungsmitglieder nicht. „Das ist eine Schweinerei“, schimpfte Wenzel. Auch die Kindernotbetreuung sei für die Branche unbedingt notwendig.

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Am Freitag hatte der Bundesverbandes Deutscher Bestatter einen massiven Mangel an Schutzmaterial beklagt. „Mittlerweile fehlt teilweise schon das Material für die Versorgung unserer regulären Sterbefälle“, sagte Vizepräsident Ralf Michal der Deutschen Presse-Agentur. Dem Verband zufolge haben bislang nur die Sozial- und  Gesundheitsministerien der Länder Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen Bestatter als systemrelevant eingeordnet.

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