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Deutschland & Welt

Was hat Bill Gates mit Corona zu tun?

Verschwörungstheoretiker protestieren auch in Sachsen gegen den Microsoft-Gründer. Der unterstützt die Entwicklung eines Corona-Impfstoffs.

Microsoft-Gründer Bill Gates spendet Millionen Dollar für die Entwicklung eines Serums gegen das Coronavirus. Das macht ihn zur Zielscheibe von Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern.
Microsoft-Gründer Bill Gates spendet Millionen Dollar für die Entwicklung eines Serums gegen das Coronavirus. Das macht ihn zur Zielscheibe von Impfgegnern und Verschwörungstheoretikern. © Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

In der Coronakrise mehren sich Verschwörungslegenden über Bill Gates und seine Absichten. Tatsächlich sind die Investitionen des Software-Pioniers gemeinnützig und transparent.

Was hat Bill Gates mit Impfstoffen zu tun?

Aus dem Vermögen, das der Microsoft-Gründer in seinem Leben erwirtschaftet hat, gründeten Bill Gates und seine Frau Melinda im Jahr 2000 die aktuell größte gemeinnützige Stiftung der Welt mit einem Vermögen von 47 Milliarden US-Dollar (2018). Darin sind auch Zuwendungen anderer Philanthropen enthalten, vor allem des Investors Warren Buffett. 

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Die Stiftung finanziert vor allem Projekte gegen extreme Armut und gesundheitliche Unterversorgung in Entwicklungsländern. 2018 wurden laut Steuererklärung mehr als vier Milliarden US-Dollar an Zuschüssen gezahlt, ein Großteil für Impfprogramme. "Impfungen waren eine unserer ersten Investitionen, denn sie schützen alle Kinder, unabhängig davon, wie arm oder reich sie sind", zitiert die Globale Impfallianz Gavi Gates.

Bill und Melinda Gates.
Bill und Melinda Gates. © Warren Toda/EPA/dpa

Wie genau engagiert sich Gates für Impfungen?

Zeitgleich mit der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung rief Gates die Impfallianz Gavi ins Leben. Neben dem Startkapital von 750 Millionen US-Dollar hat die Stiftung laut eigenen Angaben seither mehr als vier Milliarden US-Dollar in Impfprogramme für mehr als 760 Millionen Kinder gesteckt. Im aktuellen Vier-Jahres-Haushalt ist die Gates-Stiftung mit einem Sechstel des Budgets (1,55 Milliarden US-Dollar) zweitgrößter Geber nach Großbritannien. Deutschland förderte Gavi zwischen 2016 und 2020 mit knapp 700 Millionen US-Dollar. 

Die Gates-Stiftung gehört auch zu den Mitgründern des Cepi-Netzwerks zur Entwicklung neuer Impfstoffe. Mehr als drei Milliarden US-Dollar hat sie zudem seit 2001 an den Globalen Fonds überwiesen, der gegen Aids, Malaria und Tuberkulose kämpft. Auch ist sie einer der größten Geber der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Entwickelt die Gates-Stiftung einen Impfstoff gegen Covid-19?

Nein. Aber sie unterstützt die Entwicklung eines Impfstoffs mit mehr als 250 Millionen US-Dollar. Nach eigenen Angaben finanziert die Stiftung acht Projekte zur Suche nach einem Serum. An diesen sind Universitäten und Forschungseinrichtungen ebenso beteiligt wie die Pharmaindustrie. Gewinnabsichten verfolgt die Stiftung nicht. Eventuelle Gewinne, die über die Anlagen des zur Stiftung gehörenden Trusts erwirtschaftet würden, fließen in die gemeinnützige Arbeit.

Schild auf einer Demo gegen Corona-Maßnahmen in Frankfurt/Main.
Schild auf einer Demo gegen Corona-Maßnahmen in Frankfurt/Main. © dpa

Verhilft Gates der Pharmaindustrie zu Milliardengewinnen?

Nein. Gavi-Geschäftsführer Seth Berkley forderte kürzlich in einem epd-Interview sogar, ein Impfstoff gegen Covid-19 müsse zunächst ohne Gewinnabsicht bereitgestellt werden. Erst nach Ende der Krise dürften Pharmaunternehmen damit Gewinn erzielen. Grundsätzlich verfolgen Gavi und die Gates-Stiftung marktwirtschaftliche Ansätze unter Einbeziehung privater Geber und gewinnorientierter Unternehmen. Dagegen gibt es Kritik. So entscheiden Pharmaunternehmen bei Gavi darüber mit, wie viel die Impfallianz und betroffene Länder pro Impfdosis zahlen. Gavi verteidigt das Vorgehen damit, dass so die effizienteste Lösung gefunden wird. Tatsächlich zahlt Gavi pro Impfdosis wenig, garantiert der Industrie aber hohe Abnahmen. 

Bestimmt Bill Gates die globale Gesundheitspolitik?

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Tatsächlich hat die Gates-Stiftung durch ihre Milliardenzuwendungen einen großen Einfluss auf die globale Gesundheitspolitik. Entscheiden, was bei Gavi, dem Globalen Fund oder gar der WHO geschieht, kann sie aber nicht. Sie muss sich mit anderen Gebern, vor allem Regierungen, abstimmen. Kritiker, die den wachsenden Einfluss auch anderer Philanthropen vermindern wollen, sehen nur eine Alternative: Staaten müssten ihre Zuwendungen an Organisationen wie die WHO erhöhen. Derzeit ist das Gegenteil der Fall. Die USA kündigten zuletzt an, ihre Zahlungen an die WHO einzustellen. (epd) 

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