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Bundesliga: Geisterspiele noch im Mai

Die Deutsche Fußball Liga hat die lang erhoffte Genehmigung für Geisterspiele erhalten. Bei Dynamo Dresden ist man davon wenig begeistert.

Womöglich könnte ab dem Wochenende am 16. und 17. Mai wieder der Ball in den Stadien rollen.
Womöglich könnte ab dem Wochenende am 16. und 17. Mai wieder der Ball in den Stadien rollen. © dpa

Berlin/Dresden. Bund und Länder haben die Erlaubnis für eine Wiederaufnahme von Spielen ohne Zuschauer in der Fußball-Bundesliga ab der zweiten Mai-Hälfte erteilt. Darauf einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder bei ihrer Schalte am Mittwoch. 

Das Präsidium der DFL beschloss schon am Mittwochabend, dass bereits am 15. Mai wieder gespielt werden soll. Darüber könnte es aber noch zu Diskussionen kommen. Widerstand gegen diesen Termin gibt es aus Bremen und Mainz.

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Damit erhält die Deutsche Fußball Liga als Dachorganisation der 36 Profiklubs der 1. und 2. Liga die lange erhoffte Genehmigung für Geisterspiele - nur sind die Verantwortlichen bei Dynamo Dresden davon offenbar wenig begeistert. „Wir haben die Entscheidung der Spitzenpolitik zur Fortsetzung des Spielbetriebes zur Kenntnis genommen", sagt der kaufmännische Geschäftsführer Michael Born, und Sportgeschäftsführer Ralf Minge stellt nüchtern fest: „Wir werden uns mit dieser Entscheidung anfreunden müssen, denn es gibt derzeit keine mehrheitsfähige Alternative zu Geisterspielen unter den Klubvertretern."

Wirtschaftlich ein guter Tag: TV-Millionen sind gesichert

Der Eindruck verfestigt sich, dass Dynamo, Tabellenletzter der zweiten Liga, die Saison lieber nicht fortgesetzt und zudem auch nicht gewertet hätte. Nun aber steht fest, dass der Ball wieder rollt.  "Legt man die für einige Klubs schon jetzt bedrohliche wirtschaftliche Situation zugrunde, dann muss man von einem guten Tag für den deutschen Profi-Fußball sprechen“, meint Born. 

Für die Liga ist eine Fortsetzung der Saison von enormer Bedeutung, weil viele Vereine durch fehlende Einnahmen in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Bei einer Fortsetzung der Bundesliga wären zumindest die TV-Millionen gesichert.

Die Bundesliga-Saison ist seit Mitte März ausgesetzt, neun Spieltage sind noch zu absolvieren. Die DFL strebt an, diese bis zum 30. Juni durchziehen zu können. Sie hatte von ihrer "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" ein umfassendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt, um die Ansteckungsgefahr unter Spielern und Betreuern zu minimieren. In einer ersten Testreihe hatte es bei 1.724 Tests in der 1. und 2. Liga zehn Corona-Fälle gegeben, einer davon auch bei Dynamo.

Wann genau es weitergeht, entscheidet die DFL

"Fußball ist ohne Wenn und Aber eine Publikumssportart. Das wird schon bald dem Letzten bewusst, der das bisher in Zweifel gezogen hat. Ab morgen richtet sich unser Blick dann nach vorn, denn wir wollen mit dem Klassenerhalt 2020 unser sportliches Ziel in dieser Saison auch unter diesen besonderen Voraussetzungen erreichen“, betont Minge.

Wann und wie genau die Saison fortgesetzt wird, entscheidet sich am Donnerstag bei der nächsten DFL-Tagung. Bei der Videokonferenz sollen mit den 36 Profivereinen, von denen die ersten bereits das uneingeschränkte Mannschaftstraining aufgenommen haben, die Ergebnisse des Polit-Gipfels erörtert werden. 

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Kern der Terminfrage ist eine vorgesehene vorgeschaltete Quarantäne der Mannschaften. In der Beschlussvorlage des Bundes hieß es: "Dem Beginn des Spielbetriebs muss, wie in dem geprüften Konzept vorgesehen, eine Quarantänemaßnahme, gegebenenfalls in Form eines Trainingslagers, vorweggehen." Die Profifußballer sind bei ihren Klubs weitgehend streng isoliert, aber noch nicht komplett in Quarantäne. (dpa, SZ)

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