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Leben und Stil

CureVac darf Corona-Impfstoff testen

Das Medizinunternehmen geht bei der Entwicklung eines Impfstoffs in die nächste Etappe. Jetzt wird der Wirkstoff gesunden Freiwilligen verabreicht.

Der Impfstoffkandidat des Pharmaunternehmens CureVac geht in die klinische Prüfung.
Der Impfstoffkandidat des Pharmaunternehmens CureVac geht in die klinische Prüfung. © dpa

Langen. Das Tübinger Unternehmen CureVac darf mit der klinischen Prüfung seines Impfstoffkandidaten gegen Corona beginnen. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erteilte dem Unternehmen die Zulassung, den Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen, wie das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel am Mittwoch mitteilte

Ende April hatte bereits das Mainzer Unternehmen Biontech die Genehmigung erhalten, seinen Wirkstoff an gesunden Freiwilligen zu testen.

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CureVac arbeitet an sogenannten mRNA-Impfstoffen. mRNA ist eine Art Botenmolekül, in dem die Bauanleitung zur Herstellung von Proteinen steckt. Für ihren Impfstoff haben die CureVac-Forscher mRNA mit der Bauanleitung für ein Protein des Coronavirus Sars-CoV-2 versehen. 

Die menschlichen Zellen bilden nach der Impfung dieses Protein, was der Körper als fremd erkennt. Er bildet Antikörper und andere Abwehrzellen dagegen. Die vor einer klinischen Studie nötigen Voruntersuchungen seien erfolgreich verlaufen, teilte das Unternehmen mit.

CureVac erforscht seit dem Jahr 2000 mRNA-Impfstoffe. "Wir betrachten uns als Pionier bei der Entwicklung von mRNA-Therapien", sagte Franz-Werner Haas, Vorstandsmitglied von CureVac. Seit Ende Januar arbeite man an der Entwicklung des Corona-Impfstoffkandidaten. An der Phase-1-Studie sollen insgesamt 168 gesunde erwachsene Probanden teilnehmen, von denen 144 geimpft werden. In dieser Phase wird vor allem die Sicherheit des Wirkstoffs geprüft und ob er tatsächlich eine Abwehrreaktion im Körper auslöst. Im Herbst sollen erste Daten vorliegen. Testzentren befinden sich in Tübingen, Hannover, München und im belgischen Gent.

Am Montag hatte das Wirtschaftsministerium bekanntgegeben, sich mit 300 Millionen Euro an dem Unternehmen zu beteiligen und rund 23 Prozent der Anteile zu übernehmen. Man wolle es so auch gegen eine mögliche Übernahme aus dem Ausland absichern. Auf Geschäftsentscheidungen wolle der Staat keinen Einfluss nehmen. (dpa)

Hörtipp: CoronaCast mit Impfstoff-Entwicklern

Ende Mai ging es im CoronaCast, dem Corona-Podcast von Sächsische.de, mit Experten des Pharmakonzerns Glaxo Smith Kline (GSK) um die Chancen und Schwierigkeiten bei der Entwicklung eines Impfstoffs. GSK hat auch einen großen Standort in Dresden. Natürlich ging es in dem Talk auch um die Frage, ob dort ein möglicher Impfstoff hergestellt wird. 

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