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Dresden: Acht Corona-Infektionen diese Woche

In den vergangenen Tagen ist die Zahl der bekannten Neu-Infektionen in Dresden deutlich gestiegen. Zum Wochenende gibt es gute Nachrichten.

Bisher haben sich nachweislich 649 Dresdner mit dem Coronavirus infiziert.
Bisher haben sich nachweislich 649 Dresdner mit dem Coronavirus infiziert. © dpa/Robert Michael (Symbolbild)

Dresden. Auf Flughäfen, an Autobahnen, in Arztpraxen: Die Corona-Tests in Sachsen sind in den vergangenen Tagen noch einmal deutlich ausgeweitet worden. Einen neuen Fall musste das Dresdner Gesundheitsamt am Freitag aber nicht vermelden. Die Zahlen im Überblick:

Infizierte und Genesene

Seit Anfang März ist das neuartige Coronavirus bei 649 Dresdnern nachgewiesen worden. In den vergangenen sieben Tagen waren es acht, in den letzten zweieinhalb Wochen 15. Bei einem Großteil von ihnen handelt es sich um Urlaubsrückkehrer aus dem Ausland, wie SZ-Recherchen ergeben haben. Beim letzten nachgewiesenen Fall handelt es sich um eine Frau im Alter von 15 bis 34 Jahren. Kinder sind seit Wochen nicht positiv getestet worden. In den vergangenen drei Monaten seien auch keine Fälle in den Dresdner Schulen und Kitas aufgetaucht. Bei 627 Infizierten geht die Behörde davon aus, dass sie inzwischen genesen sind.

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Als genesen wird eingestuft, wer 14 Tage nach dem Positiv-Test nicht ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Bei Infizierten, die stationär behandelt werden, gilt ein 30-Tage-Zeitraum nach der Meldung der Infektion, so das Gesundheitsamt. Ob die Infizierten nach diesen Zeiträumen noch Beschwerden spüren, ist dabei irrelevant.

Abzüglich der zehn Verstorbenen, deren Tod auf das Coronavirus zurückgeführt wird, ergibt sich, dass die Infektion aktuell noch bei zwölf Menschen aktiv sein müsste. Diese Zahl berücksichtigt allerdings keine Dunkelziffer.

Stationäre Fälle und Todesfälle

Die Krankenhäuser in der Stadt müssen derzeit keine Dresdner Corona-Patienten versorgen. Das spricht dafür, dass die neuen Infektionen bisher verhältnismäßig mild verlaufen. Seit Epidemie-Beginn im März benötigten insgesamt 77 Covid-19-Patienten medizinische Hilfe im Krankenhaus.

Auf Dresdens Intensivstationen liegt derzeit ebenfalls kein Corona-Patient. Am Freitag standen rund 13 Prozent der derzeit 280 verfügbaren Intensiv-Betten in der Stadt frei

Einen weiteren Todesfall hat das Gesundheitsamt seit Ende Mai nicht gemeldet. Die bisher zehn Verstorbenen waren alle über 60 Jahre alt und größtenteils Männer. Darüber hinaus litten acht von zehn an Vorerkrankungen, etwa an Diabetes oder Herzschädigungen. Bei allen zehn Fällen geht das Gesundheitsamt davon aus, dass Covid-19 die entscheidende Todesursache war. Das heißt, die Menschen starben nicht mit, sondern an der Corona-Infektion.

Insgesamt sind bisher rund 1,6 Prozent aller Infizierten in der Landeshauptstadt gestorben. Für ganz Sachsen liegt der Wert derzeit bei vier Prozent.

Altersgruppen und Geschlecht

Fast die Hälfte aller Dresdner Infizierten ist zwischen 35 und 59 Jahre alt. Damit befinden sich in dieser Altersgruppe die meisten nachgewiesenen Fälle. Die zweithöchsten Zahlen kommen aus der Gruppe der 15- bis 34-Jährigen. Auch 18 Kinder im Alter bis 14 Jahre haben sich bisher infiziert.

In der als besonders gefährdet geltenden Gruppe der über 60-Jährigen gibt es bislang 131 nachgewiesene Infektionen.

Das Robert-Koch-Institut hat bislang alle 649 Fälle ausgewertet, auch nach dem Geschlecht. Das Ergebnis: In Dresden sind etwas weniger Frauen (317) als Männer (332) infiziert. 

Die Kennziffer, die über die Corona-Regeln entscheidet

Mit Stand vom Donnerstag infizierten sich in den vergangenen sieben Tagen acht Dresdner.  Damit liegt der Durchschnitt von Infektionen pro 100.000 Einwohner bei 1,4. Grundlage bilden die Meldedaten des Gesundheitsamtes sowie die Einwohnerzahl von 562.132 Menschen (Stand: 31. März 2020), die vom Gesundheitsamt genutzt wird.

Hintergrund: Es darf nur noch eine bestimmte Anzahl an Infektionen innerhalb einer Woche in Dresden dazukommen. Wird diese überschritten, müssen die Corona-Regeln wieder verschärft werden. Konkret bilden nach der  Corona-Verordnung des Freistaates, die am 6. Juni in Kraft trat, 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen die Obergrenze. Werden 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner erreicht, müssen die Maßnahmen abermals verschärft werden.

Dresden hat eine Corona-Ampel eingerichtet, die bereits früher warnt und konkrete Maßnahmen vorgibt. Mit aktuell 1,4 Infektionen liegt Dresden derzeit im grünen Bereich.

Dresden im Vergleich

Wenn sich in einer Stadt wie Dresden mehr als 600 Menschen infizieren, mag das nach viel klingen. Im Verhältnis zu den hier lebenden Menschen - über eine halbe Million - relativiert sich diese Zahl jedoch. Dagegen können 100 Fälle für einen nur halb so großen Landkreis sehr viel sein. Deshalb rechnen Wissenschaftler die Infektionen in einer Kommune um auf 100.000 Einwohner. Somit werden die Fallzahlen vergleichbar.

Auch im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten hält sich das Infektionsgeschehen in Dresden aktuell in Grenzen.

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