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Dresden: Vierter Tag ohne Neu-Infektionen

Warum ein neuer Infizierten-Fall noch kein Trend ist - und was Sie jetzt über die Zahlen wissen sollten.

Im Kampf gegen das Coronavirus putzt eine Reinigungskraft im Dresdner Hauptbahnhof das Display eines Fahrkartenautomaten.
Im Kampf gegen das Coronavirus putzt eine Reinigungskraft im Dresdner Hauptbahnhof das Display eines Fahrkartenautomaten. © dpa/Robert Michael (Symbolbild)

Dresden. Von einer zweiten Corona-Welle gibt es in Dresden keine Anhaltspunkte: Lediglich einen neuen Fall hat das Gesundheitsamt in den vergangenen sieben Tagen gemeldet. Das sind die neuen Zahlen vom Montag. 

Infizierte und Genesene

Neue Infektionen hat das Dresdner Gesundheitsamt am Montag nicht gemeldet. Bisher haben sich nachweislich 628 Dresdner mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Bei 615 Infizierten geht das Gesundheitsamt davon aus, dass sie genesen sind. 

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Als genesen wird eingestuft, wer 14 Tage nach dem Positiv-Test nicht ins Krankenhaus eingewiesen werden musste. Bei Infizierten, die stationär behandelt werden, gilt ein 30-Tage-Zeitraum nach der Meldung der Infektion, so das Gesundheitsamt. Ob die Infizierten nach diesen Zeiträumen noch Beschwerden spüren, ist dabei irrelevant.

Abzüglich der zehn Verstorbenen, deren Tod auf das Coronavirus zurückgeführt wird, ergibt sich, dass die Infektion aktuell noch bei drei Menschen aktiv sein müsste. Diese Zahl berücksichtigt allerdings keine Dunkelziffer, die sich etwa aus symptomfreien oder nicht nachgewiesenen Fällen zusammensetzen könnte.

Stationäre Fälle und Todesfälle

Die Krankenhäuser in der Stadt müssen derzeit keine Dresdner Corona-Patienten versorgen. Seit Epidemie-Beginn im März benötigten insgesamt 77 Covid-19-Patienten medizinische Hilfe im Krankenhaus.

Auf Dresdens Intensivstationen liegt derzeit ebenfalls kein Corona-Patient. Am Montag standen rund 20 Prozent der derzeit 288 verfügbaren Intensiv-Betten in der Stadt frei.

Einen weiteren Todesfall hat das Gesundheitsamt seit Ende Mai nicht gemeldet. Die bisher zehn Verstorbenen waren alle über 60 Jahre alt und größtenteils Männer. Darüber hinaus litten acht von zehn an Vorerkrankungen, etwa an Diabetes oder Herzschädigungen. Bei allen zehn Fällen geht das Gesundheitsamt davon aus, dass Covid-19 die entscheidende Todesursache war. Das heißt, die Menschen starben nicht mit, sondern an der Corona-Infektion.

Insgesamt sind bisher rund 1,6 Prozent aller Infizierten in der Landeshauptstadt gestorben. Für ganz Sachsen liegt der Wert derzeit bei 4,1 Prozent.

Altersgruppen und Geschlecht

Fast die Hälfte aller Dresdner Infizierten ist zwischen 35 und 59 Jahre alt. Damit befinden sich in dieser Altersgruppe die meisten nachgewiesenen Fälle. Die zweithöchsten Zahlen kommen aus der Gruppe der 15- bis 34-Jährigen.

Auch 18 Kinder im Alter bis 14 Jahre haben sich bisher infiziert.

In der als besonders gefährdet geltenden Gruppe der über 60-Jährigen gibt es bislang 130 nachgewiesene Infektionen.

Das Robert-Koch-Institut hat bislang alle Fälle ausgewertet, auch nach dem Geschlecht. Das Ergebnis: In Dresden sind etwas weniger Frauen (308) als Männer (320) infiziert.

Die Kennziffer, die über die Corona-Regeln entscheidet

Mit Stand vom Montag infizierte sich in den vergangenen sieben Tagen ein Dresdner.  Damit liegt der Durchschnitt von Infektionen pro 100.000 Einwohner bei 0,2. Grundlage bilden die Meldedaten des Gesundheitsamtes sowie die Einwohnerzahl von 562.132 Menschen (Stand: 31. März 2020), die vom Gesundheitsamt genutzt wird.

Hintergrund: Es darf nur noch eine bestimmte Anzahl an Infektionen innerhalb einer Woche in Dresden dazukommen. Wird diese überschritten, müssen die Corona-Regeln wieder verschärft werden. Konkret bilden nach der neuen Corona-Verordnung des Freistaates, die am 6. Juni in Kraft trat, 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen die Obergrenze. Werden 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner erreicht, müssen die Maßnahmen abermals verschärft werden.

Dresden hat eine Corona-Ampel eingerichtet, die bereits früher warnt und konkrete Maßnahmen vorgibt. Mit aktuell 0,2 Infektionen liegt Dresden derzeit im grünen Bereich.

Dresden im Vergleich

Wenn sich in einer Stadt wie Dresden mehr als 600 Menschen infizieren, mag das nach viel klingen. Im Verhältnis zu den hier lebenden Menschen - über eine halbe Million - relativiert sich diese Zahl jedoch. Dagegen können 100 Fälle für einen nur halb so großen Landkreis sehr viel sein. Deshalb rechnen Wissenschaftler die Infektionen in einer Kommune um auf 100.000 Einwohner. Somit werden die Fallzahlen vergleichbar.

Auch im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten hält sich das Infektionsgeschehen in Dresden aktuell in Grenzen.

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