merken
Dresden

Corona: Dresdner Sauna bleibt geschlossen

Ein Dresdner Sauna-Betreiber hat gegen die Schließung wegen des Corona-Schutzes geklagt - und verloren. Denn bei ihm ist es zu kalt.

Aufguss ja, aber kein Dampf: Das hat das Dresdner Verwaltungsgericht entschieden.
Aufguss ja, aber kein Dampf: Das hat das Dresdner Verwaltungsgericht entschieden. © dpa

Dresden. Wegen der Corona-Vorschriften sind die Dampfsaunen weiterhin dicht. Ein Betreiber einer Dresdner Dampfsaunaanlage hat dagegen geklagt, wollte anheizen. Das Dresdner Verwaltungsgericht hat nun über den Fall entschieden.

Per Eilantrag ist der Betreiber vor das Gericht gezogen, um das Anheizen seiner Dampfsauna zu erstreiten. Der Saunabetrieb stelle keine Gefahr dar, so der Betreiber. Denn in dieser Sauna könnten vier Personen unter Einhaltung der Abstandsregeln saunieren. Wegen der Betriebsuntersagung durch die Allgemeinverfügung des Landes blieben viele Kunden aus. Mitarbeiter und Kunden seien aber mit den Hygieneregeln vertraut. Dazu dürfen Saunen in anderen Bundesländern wieder öffnen. So die Argumente des Betreibers.

Anzeige
Late Night Shopping Dresden
Late Night Shopping Dresden

Zur langen Einkaufsnacht unter dem Motto "Late Night Shopping" lädt das City Management Dresden am Freitag, 2. Oktober, in die Dresdner Innenstadt ein.

Viren werden nicht abgetötet

Doch das Sächsische Sozialministerium argumentierte dagegen. Das Verbot von Dampfsaunen ergebe sich bereits aus der Sächsischen Corona-Schutzverordnung und werde in der angegriffenen Allgemeinverfügung nur noch einmal wiederholt. Deshalb könne gar nicht gegen die Allgemeinverfügung geklagt werden.

Außerdem sei das Verbot „erforderlich und verhältnismäßig“. Denn in einer Dampfsauna sei es schlicht zu kalt. Während Trockensaunen auf 80 Grad Celsius aufgeheizt werden müssen, reichen im Dampf 60 Grad. Coronaviren werden bei 80 Grad abgetötet, 60 Grad genügen dafür nicht. Auch würde durch den Dampf die Verteilung von Aerosolen begünstigt, weshalb auch der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht ausreiche.

Verbot bliebe so oder so

Den Richtern am Dresdner Verwaltungsgericht reichte bereits das erste Argument, um den Eilantrag abzulehnen. „Für den Antrag fehlt das erforderliche Rechtsschutzinteresse, weil die Antragstellerin damit nicht den Betrieb ihrer Dampfsauna erreichen könne“, so Gerichtssprecher Robert Bendner. „Selbst wenn die Kammer die Allgemeinverfügung insoweit aufhebe, verbleibe es bei dem in der Sächsischen Corona-Schutzverordnung geregelten Verbot.“ Um dafür eine Aufhebung zu erreichen, müsse der Saunabetreiber schon einen Normenkontrollantrag an das Sächsische Oberverwaltungsgericht richten.

Der Saunabetreiber kann gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts nun innerhalb von zwei Wochen ebenfalls beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht Beschwerde erheben.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter "Dresden kompakt" und erhalten Sie alle Nachrichten aus der Stadt jeden Abend direkt in Ihr Postfach.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Dresden