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Bundesliga ab Mai mit Geisterspielen?

Die Spielpause wird bis 30. April verlängert, danach soll die Saison ohne Zuschauer fortgesetzt werden - Dynamos Geschäftsführer begrüßt die Entscheidung.

Die Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 11. März war das erste Geisterspiel in der Geschichte der Fußball-Bundesliga - es soll nicht das letzte bleiben.
Die Partie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 11. März war das erste Geisterspiel in der Geschichte der Fußball-Bundesliga - es soll nicht das letzte bleiben. © dpa/Roland Weihrauch

Christian Seifert lobte den Zusammenhalt im deutschen Fußball und verkündete dann per Videoschalte, was eigentlich längst bekannt war: Die Zwangspause in der Bundesliga und der zweiten Liga verlängert sich wegen der Corona-Pandemie mindestens bis zum 30. April. Einen entsprechenden Vorschlag des DFL-Präsidiums verabschiedeten am Dienstag die Bosse der 36 Profiklubs bei der ersten virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) einstimmig.

"Diese Entscheidung haben wir so erwartet und begrüßen den Beschluss in Anbetracht der aktuellen Ausnahmesituation, in der sich unser gesamtes Land befindet, ausdrücklich“, erklärte Michael Born. Der kaufmännische Geschäftsführer hatte Dynamo in der Online-Konferenz vertreten, die etwa dreieinhalb Stunden dauerte. Der Austausch sei "wie gewohnt konstruktiv" gewesen.

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In der Mitgliederversammlung seien zudem mögliche Szenarien und denkbare Handlungsoptionen für die nächsten Wochen und Monate diskutiert worden, unter welchen Bedingungen die Saison in diesem Kalenderjahr fortgesetzt werden könnte. "Konkrete Ergebnisse konnten diesbezüglich aber noch nicht beschlossen werden, da externe Faktoren wie die weitere Verbreitung des Coronavirus und die künftige Bewertung der Lage durch Gesundheitsexperten sowie der Politik für die Entwicklung in den kommenden Wochen maßgeblich sein werden", heißt es in der von Dynamo am Dienstagnachmittag verbreiteten Pressemitteilung.

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"Die Ligen standen noch nie enger zusammen als derzeit", sagte DFL-Geschäftsführer Seifert: "Wir wollen den Profifußball irgendwie durch diese Phase bringen. Auch hier wird es einen Neustart geben, und dafür wird es Pläne benötigen." Seifert sprach dabei von flexiblen, strategischen Ideen.

Der nun ausgeweiteten Unterbrechung fallen die Spieltage Nummer 28 bis 31 zum Opfer. Der Spielbetrieb ist bereits seit dem 12. März ausgesetzt - abgesehen von den normalen Unterbrechungen im Sommer und Winter schon jetzt die längste Pause der Bundesliga-Geschichte. Die letzte Begegnung war am 11. März das Geisterspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln (2:1) gewesen. Das ursprünglich geplante Saisonende am 16. Mai ist längst nicht mehr zu halten.

Dynamo viermal zu Hause vor leeren Rängen?

Ob der Spielbetrieb im Mai fortgesetzt werden kann, ist allerdings völlig offen. Wenn überhaupt, dann werden die verbleibenden 163 Partien in den höchsten beiden Spielklassen  wohl als Geisterspiele ausgetragen. Für Dynamo Dresden stehen in der zweiten Liga noch neun Spiele aus, vier davon im eigenen Rudolf-Harbig-Stadion. Partien ohne Zuschauer könnten zwar auch ein Vorteil sein, wären aber finanziell ein erheblicher Einschnitt.

Das Konzept für den Neustart muss von der Politik und den Gesundheitsämtern mitgetragen werden. "Zuallererst, und das ist nach wie vor keine Frage, geht es um die Kontrolle der Ausbreitung des Virus und insbesondere um den Schutz von Risikogruppen", sagte Seifert. "Das bleibt auch noch einige Zeit so."

Die Mitgliederversammlung habe vier "wesentliche Entscheidungen" getroffen. Neben der Aussetzung des Spielbetriebes soll bis zum 5. April das Mannschaftstraining unterbleiben. "Gleichzeitig entwickeln wir für alle 36 Standorte des Profifußballs Produktionskonzepte dafür, wie sich mit geringstmöglichem Personaleinsatz vorübergehend auch Spiele ohne Anwesenheit von Zuschauern durchführen lassen", sagte Seifert. Zudem wurde eine medizinische Taskforce eingerichtet und ein "weiteres Bündel an Maßnahmen" beschlossen, das die Klubs beim Lizenzierungsverfahren entlasten soll.

Der zumindest einigermaßen reguläre Saisonabschluss ist für viele Vereine von existenzieller Bedeutung - wird die Spielzeit 2019/20 abgebrochen, droht der Bundesliga ein finanzieller Verlust in Höhe von rund 750 Millionen Euro. Zahlreiche Spieler hatten sich bereits zum Gehaltsverzicht bereit erklärt, in den unteren Ligen ist Kurzarbeit für die Mitarbeiter längst ein Thema - so auch bei Dynamo Dresden. Insgesamt werden im Fußball-Geschäft mehrere Zehntausend Menschen beschäftigt.  (sid, dpa, SZ/-ler)

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