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Pirna

Gastronomen schlagen Alarm

Mit der Aktion "Leere Stühle" wollen Wirte und Hoteliers am Freitag in Pirna auf ihre dramatische Situation aufmerksam machen. Viele bangen um ihre Existenz.

Regina Riedel, Inhaberin des Romantik-Hotels "Deutsches Haus" in Pirna, mit Forderungen der Gastro-Branche: Sonst droht fast jedem zweiten Betrieb das Aus.
Regina Riedel, Inhaberin des Romantik-Hotels "Deutsches Haus" in Pirna, mit Forderungen der Gastro-Branche: Sonst droht fast jedem zweiten Betrieb das Aus. © Daniel Förster

Die Zahlen sind alarmierend: Fast jede zweite gastronomische Einrichtung in der Sächsischen Schweiz, so schätzt Judith Fichtner, Vorsitzende des Dehoga-Regionalverbandes Sächsische Schweiz, könnte die coronabedingte Zwangspause nicht überleben, sollte sie noch länger andauern.

Ein ähnliches Szenario beschreibt der Wirtestammtisch Altenberg, bei dem sich 21 Betriebe organisiert haben. Knapp der Hälfte der Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe im Osterzgebirge, sagt Sprecher Jochen Löbel, drohe das wirtschaftliche Aus, sollte das Öffnungsverbot über das erste Halbjahr hinaus bestehen bleiben.

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Gastwirte organisieren den Protest

Bei einer Demonstration wollen die Betriebe nun auf ihre prekäre Lage aufmerksam machen. Geplant ist die Aktion "Leere Stühle" am 24. April auf dem Pirnaer Markt. Etwa 40 bis 50 Gastronomen und Hotelbetreiber wollen daran teilnehmen, jeder von ihnen soll zehn leere Stühle auf den Platz stellen. Nach Aussage von Judith Fichtner stehe dann jeweils ein Stuhl symbolisch für einen der derzeit geschlossenen Betriebe, 450 bis 500 gastronomische Einrichtungen gebe es in der Sächsischen Schweiz. 

Bei der Aktion wollen die Unternehmer zudem ihre Forderungen untermauern: Mehrwertsteuer runter auf sieben Prozent, höheres Kurzarbeitergeld, eine Wiedereröffnungs-Strategie sowie staatliche Soforthilfen für die Branche, die nicht zurückgezahlt werden müssen. "Kredite helfen keinem von uns", sagt Judith Fichtner. 

Den Betrieben müsse vielmehr schnell und unbürokratisch geholfen werden, damit sie die Schließzeit überstehen. Es sei immens wichtig, dass sie überleben. "Schließlich sind die gastronomischen Einrichtungen der Hauptleistungsträger des Tourismus", sagt Judith Fichtner. 

Darüber hinaus gelte es, die bestehenden Arbeitsplätze in der Branche zu erhalten, die ohnehin schon sehr unter Personalmangel leide. 

Die Aktion auf dem Pirnaer Marktplatz am Freitag soll von 11 bis 13 Uhr stattfinden. 

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