merken
Deutschland & Welt

Hat er den Corona-Impfstoff entwickelt?

Der Schweizer Immunologe Martin Bachmann hat eigenen Angaben zufolge einen Stoff entwickelt, der das Coronavirus bekämpfen kann.

Martin Bachmann, Immunologe am Schweizer Universitätsspital Bern, arbeitet an einem Impfstoff gegen das Coronavirus.
Martin Bachmann, Immunologe am Schweizer Universitätsspital Bern, arbeitet an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. © Insel Gruppe

Auf der ganzen Welt wird mit Hochdruck an einem Mittel gegen das Coronavirus gearbeitet. Jetzt gibt es ein deutliches Signal aus der Schweiz: Der Immunologe Martin Bachmann hat nach eigenen Angaben einen Impfstoff-Kandidaten entwickelt. Nach erfolgreichen Prüfungen könnte dieser möglicherweise noch in diesem Jahr zum Einsatz kommen

Bachmann vom Universitätsspital Bern will die nötigen Studien und Genehmigungsverfahren so schnell durchlaufen, dass er schon im Oktober Massenimpfungen in der Schweiz für möglich hält. Die Aufsichtsbehörde Swissmedic bestätigte Gespräche mit Bachmann und anderen Forschern, die an Wirkstoffen gegen Sars-CoV-2 arbeiten.

TOP Reisen
TOP Reisen
TOP Reisen

Auf ins Weite, ab in die Erholung! Unsere Top Reisen der Woche auf sächsische.de!

"Der Zeitplan ist äußerst optimistisch, aber er ist nicht komplett an den Haaren herbeigezogen", sagte Swissmedic-Sprecher Lukas Jaggi der Deutschen Presse-Agentur. "Angesichts der Dringlichkeit, die die Coronavirus-Pandemie mit sich bringt, sprechen wir beim Zulassungsverfahren von Wochen, nicht von Monaten." 

Wenn alle Zulassungsvoraussetzungen erfüllt würden, sei eine Entscheidung vor Ende des Jahres möglich. Eine erste kleine Erprobung am Menschen - eine sogenannte Phase-I-Studie - soll Bachmann zufolge im Juli starten. An nur wenigen Teilnehmern wird dabei zunächst die Sicherheit und allgemeine Verträglichkeit getestet.

"Wir halten uns an alle Auflagen, wir beschleunigen die Prozesse nur", sagte Bachmann. Der Swissmedic-Sprecher bestätigte, dass in begründeten Fällen, etwa wenn es um lebensbedrohliche Krankheiten wie Covid-19 gehe, befristete Zulassungen schon vor Abschluss der klinischen Studien erteilt werden könnten. Auch die Studien selbst müssen aber genehmigt werden. Das allein brauche zwar sonst Wochen, könne aber in dieser besonderen Situation innerhalb von Tagen erfolgen, hieß es.

Erst die Studienergebnisse der insgesamt drei Phasen allerdings werden zeigen, ob sich der Impfstoff-Kandidat als hinreichend wirksam erweist und ob er frei von nicht akzeptablen oder gar gefährlichen Nebenwirkungen ist. Bachmann setzt auf ein Verfahren mit virenähnlichen Partikeln, die im Körper eine Abwehrreaktion auf den neuen Erreger auslösen sollen. 

Damit wäre das Immunsystem gewappnet, im Ernstfall bei einer Infektion die eindringenden Viren erfolgreich abzuwehren. Mit virenähnlichen Partikeln funktionieren auch die Impfstoffe gegen das Papilloma-Virus (HPV), das Gebärmutterhalskrebs auslösen kann, und Hepatitis B. (dpa)

So informieren wir Sie zum Thema Corona

Weiterführende Artikel

Schneller zur Impfung

Schneller zur Impfung

Ohne Gift, aber effektiver. So sollen Impfstoffe in Zukunft hergestellt werden. Dresdner Forscher wissen, wie das funktionieren kann.

Suche nach dem Hoffnungsschimmer

Suche nach dem Hoffnungsschimmer

GlaxoSmithKline forscht am Corona-Impfstoff. Ob in Dresden produziert werden soll, wird geprüft.

Ein Impfstoff kommt, aber es dauert

Ein Impfstoff kommt, aber es dauert

In Deutschland beginnen die ersten klinischen Prüfungen. Eine Zulassung wird es wohl frühestens 2021 geben.

Mehr zum Thema Deutschland & Welt